14:51 21 November 2019
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    Russland schließt Reform der Luft- und Raketenabwehrkräfte ab

    Russland schließt Reform der Luft- und Raketenabwehrkräfte ab

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    In Russland gibt es künftig Luft- und Weltraumstreitkräfte, die durch eine Fusion der Luftstreitkräfte und der Luft- und Weltraumabwehrkräfte entstanden sind, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Wie Verteidigungsminister Sergej Schoigu gestern während einer Beratung bei Präsident Wladimir Putin mitteilte, besteht die neue Waffengattung seit dem 1. August. Ihre Bildung sei durch „die Verlegung des Hauptakzents des bewaffneten Kampfes in den Luft- und Weltraumbereich“ bedingt. Dem Minister zufolge gehören die Luftstreitkräfte, die Luft- und Weltraumabwehrtruppen und die Weltraumtruppen ab sofort quasi zusammen. Eine solche Konstellation ermöglicht, die Verantwortung für die gesamte militärtechnische Politik im Luft- und Weltraumbereich in einer Hand zu konzentrieren. „Das ist die optimale Variante“, so Schoigu.

    Zum Befehlshaber der neuen Waffengattung wurde Generaloberst Viktor Bondarew ernannt, der bis zuletzt die Luftstreitkräfte geleitet hatte. Sein Erster Stellvertreter  wurde der Vizebefehlshaber der Luft- und Weltraumabwehrtruppen, Generalleutnant Pawel Kuratschenko, und sein Stellvertreter der frühere Befehlshaber der Luft- und Weltraumabwehrtruppen, Generalleutnant Alexander Golowko. Laut Quellen wurde General Bondarew zum Befehlshaber der neuen Waffengattung ernannt, weil die Luftstreitkräfte die Reform initiiert hatten.

    Die Idee zur Zusammenlegung der Luftstreitkräfte, der Weltraumtruppen, der Luftabwehrkräfte und der Raketenabwehrkräfte ist nicht neu. Bereits seit der Billigung der nationalen Luft- und Raumabwehrkonzeption bis 2016 durch Präsident Putin im Jahr 2006 hatte die Meinung vorgeherrscht, dass die Luftstreitkräfte die Führungsrolle spielen sollten. 2008 sagte der Befehlshaber der Luftstreitkräfte, Alexander Selin, „die wichtigste Bedingung“ für die Bildung der Luft- und Raumabwehrtruppen wäre „die schnellstmögliche Integration der Luftstreitkräfte und der Raketenabwehrsysteme unter einer einheitlichen Führung innerhalb der Luftstreitkräfte“. Die Luftraumtruppen sollten nach seiner Auffassung lediglich einige Aufgaben wie Raketenraumstarts und Satellitenbekämpfung übernehmen.

    Aber während der vom damaligen Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow initiierten Reform wurden die Luftstreitkräfte abgebaut (wegen der Übergabe eines Teils der bei Moskau stationierten Luftabwehrkräfte an die Luft- und Weltraumabwehrkräfte). 2011 wurde beschlossen, die Luft- und Weltraumabwehrkräfte auf Basis der Weltraumtruppen zu bilden, die von Serdjukows Reform kaum betroffen worden waren. Den Luft- und Weltraumabwehrkräften wurden das Weltraumkommando und das Kommando der Luft- und Raketenabwehrtruppen angeschlossen.

    In der jüngst gebildeten Waffengattung werde diese Hierarchie weiterhin bestehen, kündigte Schoigu gestern an. Es werde allerdings eine neue Struktur entstehen, die für die Luftstreitkräfte zuständig sein werde. Das gemeinsame Kommando über die Luft- und Weltraumtruppen werde der Generalstab übernehmen.

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    Weltraumtruppen, Weltraum, Luft- und Weltraumkräfte, Anatoli Serdjukow, Alexander Golowko, Pawel Kuratschenko, Viktor Bondarew, Wladimir Putin, Sergej Schoigu, Russland