Widgets Magazine
14:12 21 Oktober 2019
SNA Radio
    Russlands Militär in der Arktis

    Arktis: Wettrüsten wie im Kalten Krieg

    © Sputnik / Igor Ageyenko
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Russland erschließt Arktis (171)
    41066
    Abonnieren

    Die Nato hat ihre kriegerische Rhetorik gegenüber Russland verschärft, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Der Befehlshaber der US-Küstenwache, Admiral Paul Zukunft, erklärte gestern, Moskau würde „die Arktis militarisieren“, was Washington zu Gegenschritten zwinge. Unter anderem geht es dabei um den Aufbau einer Eisbrecherflotte, die in der Lage wäre, militärische Aufgaben zu erfüllen.

    Der Befehlshaber der Nato-Truppen in Europa, Philip Breedlove, forderte die europäischen Länder auf, die Kampfbereitschaft ihrer Streitkräfte angesichts der angeblich von Russland ausgehenden Gefahren zu überprüfen.

    Derartige Aussagen gab es auch früher, zumal das russische Verteidigungsministerium kein Hehl daraus macht, dass es sich mit dem Ausbau der militärischen Infrastruktur in der Arktis befasst. Es ist allerdings offensichtlich, dass Russlands Militärpotenzial im Hohen Norden wesentlich geringer als das des Pentagons und anderer Nato-Länder ist.

    Wie der Befehlshaber der russischen Nordflotte, Wladimir Koroljow, am Mittwoch mitteilte, sind deren Küstenkräfte in den vergangenen sechs Monaten „wesentlich verstärkt“ worden. Gleichzeitig betonte der Admiral, dass die neuesten Atom-U-Boote der Projekte Borej und Jasen in Dienst gestellt wurden.

    Diese Aktivitäten beunruhigen die Nordatlantische Allianz und vor allem die USA, die in der Arktis ihre eigenen militärstrategischen Interessen haben.

    Vor wenigen Tagen brachte Russland in die UNO einen neuen Antrag zur Erweiterung seiner Außengrenze auf dem arktischen Kontinentalschelf durch den Anschluss des Lomonossow-Rückens und einiger anderer Abschnitte auf dem Meeresboden ein. 2001 hatten die Vereinten Nationen den ersten Antrag abgelehnt, und zwar großenteils wegen des Drucks seitens der USA.

    Nicht zu übersehen ist, dass Russland seine militärische Infrastruktur entlang der Nordostpassage modernisiert, die der kürzeste Seeweg beim Gütertransport aus Europa nach Asien ist. Die USA bemühen sich indes neben vielen anderen Staaten darum, dass die Nordostpassage einen internationalen Status bekommt. Ausgerechnet in diesem Kontext sprach sich Admiral Zukunft für den Bau von neuen Eisbrechern aus.

    Derzeit hat Russland mehr Schiffe dieses Typs als die USA. Aber Washington bündelt seine Bemühungen auf diesem Gebiet mit Kanada. Beide Länder kooperieren im Rahmen des Ständigen Vereinigten Verteidigungsrats (Permanent Joint Board for Defense, PJBD) und des Nordamerikanisches Luft- und Weltraum-Verteidigungskommandos (NORAD). Zudem halten Washington und Ottawa viele gemeinsame Seemanöver ab. Unter anderem sind in der Barentssee zunehmende Aktivitäten der US-amerikanischen Atom-U-Boote zu beobachten. Laut Informationen aus offenen Quellen sollen sie neben den Eisbrechern die wichtigste Waffe der US-Seestreitkräfte in der Arktis werden.

    Angesichts dieser Aktivitäten des Westens entsteht die Gefahr eines neuen Rüstungswettlaufs im Hohen Norden. Russlands Nato-Botschafter Alexander Gruschko warnte, dass eine Verwandlung der Arktis in einen militärischen Konfliktraum nicht den Interessen der Anrainerstaaten entspricht. Das russische Außenministerium forderte die Arktis-Länder zu einer konstruktiven und friedlichen Kooperation auf.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Russland erschließt Arktis (171)

    Zum Thema:

    Russland bereitet Flak-Raketen-System Panzir auf Arktis-Einsatz vor
    Russland plant Ausbau von Luftabwehrsystem in der Arktis
    Die Arktis im Becken: wie Modelle neuer Eisbrecher in Russland erprobt werden
    Verteidigungsminister: Arktis hat für russisches Militär Priorität
    Tags:
    Kooperation, Jasen (U-Boot), Borej (U-Boot), NATO, Uno, Verteidigungsministerium Russlands, Paul Zukunft, Wladimir Koroljow, Philip Breedlove, Alexander Gruschko, Russland, Kanada, Arktis