05:01 02 Juni 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    Lage im Donbass (284)
    9477
    Abonnieren

    In der Nacht zum Sonntag sind sieben Fahrzeuge der OSZE-Beobachtungsmission in der Ukraine von einem Feuer zerstört worden, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Montag.

    Wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mitteilte, könnten hinter dem Brandanschlag Kräfte stehen, die die Berichterstattung über die Lage in Donezk verhindern wollen.

    Laut dem Sprecher der OSZE-Sondermission, Michael Bociurkiw, wird der Vorfall die Arbeitsbedingungen der OSZE-Beobachter zwar erschweren, dennoch wird die Mission in den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk fortgesetzt. Die Sicherheit der Mitarbeiter der OSZE in Donezk und Lugansk müssen dem Sprecher zufolge diejenigen gewährleisten, die das Donezbecken kontrollieren.

    Kiew und die Volksrepublik Donezk warfen sich gegenseitig vor, den Brandanschlag verübt zu haben. Wie es in der ukrainischen Präsidialverwaltung hieß, stecken hinter dem Anschlag die Handlanger der Extremisten. Dem Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Alexander Turtschinow, zufolge offenbart der Vorfall den Wunsch Moskaus, die internationalen Beobachter aus dem Donbass zu vertreiben.

    Laut Denis Puschilin, dem Unterhändler für die Volksrepublik Donezk bei der Ukraine-Kontaktgruppe, handelt es sich um Brandstiftung durch eine Sabotage-Aufklärungstruppe.

    Der ukrainische Politologe Dmitri Ponamartschuk schließt nicht aus, dass hinter dem Brandanschlag die Beobachter selbst stecken. Die Mission sei nicht effektiv, die Beobachter störten kaum jemanden und könnten das alles selbst verübt haben, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und sich in den Augen westlicher Betrachter als Opfer darzustellen.

    Es ist nicht der erste Vorfall um die Beobachtermission. In der vergangenen Woche wurde eine Beobachtergruppe in der Volksrepublik Donezk unter Beschuss genommen. In Donezk wurde der OSZE bei einer Kundgebung Voreingenommenheit vorgeworfen.

    Der ukrainische Politologe Wladimir Fessenko vermutet eine gezielte Kampagne gegen die OSZE, bei der Vertreter bzw. die Arbeit der Mission diskreditiert werden sollen. Ziel sei es, konkrete Beobachter durch „bequemere Menschen zu ersetzen“ oder die Mission um den Ruf, eine neutrale Seite zu sein, zu bringen.

    Dem russischen Politologen Alexej Tschesnakow zufolge strebt Moskau objektivere Einschätzungen und aktivere Handlungen der OSZE zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen an. Doch es liege auf der Hand, dass die OSZE Kiew nicht reizen wolle.
    Laut einem Diplomaten aus dem Umfeld der OSZE mangelt es der Beobachtermission an Effizienz, weshalb sie Vertrauen verspielt. Dieses Vertrauen könnte bei einer Sondersitzung des ständigen OSZE-Rates zur Erörterung der Forderungen der Konfliktparteien wiederhergestellt werden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Lage im Donbass (284)

    Zum Thema:

    Donezk: Demonstranten fordern von OSZE Klarheit über Beschuss
    Demo in Donezk: Hunderte fordern von OSZE Wahrheit
    Kiew dementiert OSZE-Mitteilung über russische Soldaten im Donbass
    Kreml zu OSZE-Berichten über russische Truppen im Donbass: Erneut keine Beweise
    Tags:
    OSZE, Denis Puschilin, Alexander Turtschinow, Kiew, Donezk, Donbass