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03:52 20 September 2019
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    Ukrainische Kämpfer der Donbass-Batallion

    Donbass: Dauerkrieg an der Trennungslinie

    © AP Photo / Evgeniy Maloletka
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    Die Lage entlang der Trennungslinie im Südosten der Ukraine hat sich erneut zugespitzt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    In der Gegend um das Dorf Starognatowka, 60 Kilometer nördlich von Schirokino, sind neue Gefechte entflammt. Die Vertreter der ukrainischen Streitkräfte und die Milizen der selbsternannten Volksrepublik Donezk werfen sich gegenseitig vor, den Konflikt zu eskalieren. Am Montag traf sich der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin mit seinen Amtskollegen des Normandie-Formats (Russland, Deutschland, Frankreich) zu einem Krisengespräch. Die Anführer der Volksrepubliken Donezk und Lugansk forderten Gespräche auf höchster Ebene. Nach ihren Angaben werden die Minsker Vereinbarungen nicht umgesetzt und die Fristen nicht eingehalten.

    Das Dorf Starognatowka, wo in der Nacht zum Montag erneut gefochten wurde, liegt 60 Kilometer nördlich von Schirokino und 30 Kilometer östlich der Ortschaft Wolnowacha, die von der ukrainischen Armee kontrolliert wird und sich auf halbem Weg zwischen Donezk und Mariupol befindet. Das Dorf befindet sich unmittelbar an der in Minsk vereinbarten Demarkationslinie. Vor dem Krieg lebten dort rund 2000 Menschen.

    Wie die Behörden in Kiew mitteilten, wurde Starognatowka in der Nacht zum Montag von Truppen der Volksrepublik Donezk angegriffen. „Am 9. August wurde der Waffenstillstand 127 Mal verletzt“, heißt es auf der Webseite des ukrainischen Präsidenten. Wegen der Zuspitzung an der Demarkationslinie beriet sich der ukrainische Präsident Petro Poroschenko mit dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow, Generalstabschef Viktor Muschenko und Verteidigungsminister Stepan Poltorak. Wie es aus dem ukrainischen Verteidigungsministerium hieß, wurde der „Gegner“ für zwei bis drei Kilometer zurückgedrängt und verzeichnete viele gefallene Kämpfer. Sieben ukrainische Soldaten wurden bei der Aktion verletzt.

    Laut dem Sprecher der Volksrepublik Donezk Eduard Bassurin handelt es sich bei den Erklärungen Kiews um eine Provokation. Er warf den Kiewer Behörden vor, den Waffenstillstand untergraben zu wollen. Starognatowka habe auch zuvor unter der Kontrolle des ukrainischen Militärs gestanden.
    Einer Quelle in Kiew zufolge soll es sich nicht um eine Offensive der Volksrepublik Donezk, sondern um einen Aufklärungseinsatz der ukrainischen Streitkräfte mit Unterstützung des Rechten Sektors handeln.

    Das ukrainische Außenministerium sprach von einem alarmierenden Anzeichen einer weiteren Eskalation. „Der Beschuss, die Offensiven der russisch-terroristischen Truppen, die Einschüchterung der OSZE-Sonderbeobachtermission – das alles ist Teil eines bewusst gewählten Kurses zur Torpedierung der Minsker Vereinbarungen“, heißt es in der Erklärung des ukrainischen Außenministeriums.

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    OSZE, Eduard Bassurin, Donezk, Ukraine, Donbass