23:26 23 August 2017
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    Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Eröffnungsfeier der Reit-EM in Aachen

    Von der Leyen: Gerüstet für die Kanzlerschaft?

    © AP Photo/ Martin Meissner
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war bei der Eröffnungsfeier der Reit-EM in Aachen am Dienstag Teil einer großen Quadrille aus zehn deutschen Landgestüten, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Die Ministerin gab mit dem Hengst „Montesquieu“ eine gute Figur ab — dasselbe gilt auch in der Politik. Von der Leyen gilt als mögliche Nachfolgerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

    Die Chefin der Bundeswehr schätzt ihre Chancen realistisch ein und rechnet kaum damit, bald ins Kanzleramt einzuziehen. Ob die Bundeskanzlerin in zwei Jahren für die vierte Amtszeit kandidieren wird, bleibt ihr Geheimnis. Über ihre Pläne will Merkel im nächsten Sommer Auskunft geben. Dennoch wird in Berlin zunehmend häufiger darüber gesprochen, wer nach Merkel kommen wird. Dabei taucht fast immer ein Name auf – Von der Leyen. In der deutschen Politik gibt es kaum einen anderen Politiker mit einer solchen Zielstrebigkeit.

    Von der Leyen kam relativ spät in die Politik, anfänglich stand ihr Beruf als Ärztin und die Familie im Vordergrund. Sie trat der CDU erst 1990 bei, nachdem ihr Vater Ernst Albrecht, der 14 Jahre die Landesregierung in Niedersachsen leitete, die Landtagswahlen gegen den Sozialdemokraten und späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder verlor. Später wurde von der Leyen Mitglied des Landtags und Ministerin für Soziales in Niedersachsen. Danach holte Merkel sie als Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Kabinett. Im nächsten Kabinett war sie Bundesministerin für Arbeit. In der jetzigen Großen Koalition hätte sie sich gerne mit der Außenpolitik befasst, doch Merkel machte sie zur Verteidigungsministerin.

    Als Verteidigungsministerin wirbt von der Leyen vor allem für die Bundeswehr. Im vergangenen Jahr wurden in Schulen mehr als 8100 Vorträge über die Vorteile der Bundeswehr gehalten. Von der Leyens Verteidigungspolitik entspricht dem Nato-Kurs. Sie unterstützt den Ausbau der Nato-Präsenz in Osteuropa. Ihr zufolge muss mit Russland aus der Position der Stärke gesprochen werden. Bisweilen, wie bei ihrem Tunesien-Besuch, äußert sie sich auch zu außenpolitischen Themen. „Der Spiegel“ bezeichnete sie als „Neben-Außenministerin“.

    Der Schwerpunkt in der Bundeswehr wird auf die Aufrüstung gelegt. Von der Leyen setzte den Rückkauf von mehr als hundert Leopard-Panzern, die für Polen bestimmt waren, durch. Vor einigen Tagen wurde eine deutsch-französische Gemeinschaftsproduktion von neuen Panzern vereinbart. Neue Kampfhubschrauber des Typs „Tiger“ und Transporthubschrauber NHI NH90 werden beschafft. Im Juni erhielt die Bundeswehr die ersten der 350 bestellten Schützenpanzer des Typs „Puma“. Im Mai wurde der Kauf des neuen Raketenabwehrsystems MEADS angekündigt.

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    Schützenpanzer „Puma, Transporthubschrauber NHI NH90, Kampfhubschrauber „Tiger, Raketenabwehrsystem MEADS, CDU/CSU, Bundeswehr, Angela Merkel, Gerhard Schröder, Ursula von der Leyen, Deutschland
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