08:24 23 August 2017
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    Sergej Lawrow und sein saudischer Amtskollege Adel al-Jubeir

    Russland und Saudi-Arabien: Syrien-Kontroverse bremst Kooperation

    © Sputnik/ Kyrill Kalinnikov
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    Am Dienstag haben sich der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein saudischer Amtskollege Adel al-Jubeir zu einem Gespräch in Moskau getroffen.

    Der bereits zweite Russland-Besuch eines saudischen Regierungsvertreters innerhalb von zwei Monaten sollte ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Doch nach dem gestrigen Gespräch ist klar, dass sich die Wiederaufnahme der wegen der Syrien-Kontroversen eingefrorenen Kontakte schwierig gestalten wird. Der größte Streitpunkt ist nach wie vor das Schicksal des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

    „Für Baschar al-Assad gibt es keinen Platz in der Zukunft Syriens. Die Frage besteht nur darin, wie dies erreicht wird – friedlich, mit Hilfe eines Übergangsrats oder militärisch“, sagte der saudische Außenminister. Er-Riad sieht in Assad den Verantwortlichen für den Vormarsch des „Islamischen Staates“ (IS) nach Syrien. Moskau sei davon überzeugt, dass nur Assad den IS-Vormarsch in Syrien stoppen könne, so Lawrow.

    Moskaus Vorschlag zur Bildung einer großen internationalen Koalition im Kampf gegen IS stieß bei den Saudis nicht auf große Begeisterung. Russland will die syrischen Regierungstruppen ins Boot der großen Koalition holen. Saudi-Arabien lehnt diese Idee ab.

    Die Syrien-Frage könnte die angekündigten gemeinsamen Projekte allerdings zum Scheitern bringen. Er-Riad hatte sich bereit erklärt, zehn Milliarden US-Dollar in russische Projekte zu investieren (Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Einzelhandel, Verkehr und Immobilien).

    Auch im Bereich Atomenergie wollen Russland und Saudi-Arabien gemeinsame Wege gehen. Im Juni wurde St. Petersburg ein Kooperationsabkommen zur friedlichen Nutzung der Atomenergie unterzeichnet. Darüber hinaus bestätigte der saudische Außenminister bei der Pressekonferenz am Dienstag, dass Er-Riad an russischen „Iskander“-Raketen interessiert ist.

    Nach „Kommersant“-Angaben gibt es bereits ein Angebot zu den Iskander-E-Raketen. Doch zu Verhandlungen sei es noch nicht gekommen. Laut Quellen in der Rüstungsindustrie ist es noch zu früh, dass Saudi-Arabien zum ersten ausländischen Abnehmer von Iskander-E-Raketen erklärt werden kann. Diese Entscheidung soll auf höchster Ebene getroffen werden. Die Beziehungen zwischen Moskau und Er-Riad im militärtechnischen Bereich entwickeln sich ohnehin nicht besonders gut. Seit 2008 versuchten die Seiten vergeblich Rüstungsdeals im Gesamtwert von vier Milliarden US-Dollar abzuwickeln. Demnach sollte Saudi-Arabien mit mehr als 100 Panzern, 150 Hubschraubern, bis zu 250 Infanterie-Kampffahrzeugen und Dutzenden Raketenkomplexen beliefert werden. Doch dazu kam es nicht. Stattdessen kauften die Saudis Militärerzeugnisse bei den USA.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Iskander-E-Rakete, Adel al-Jubeir, Sergej Lawrow, Baschar al-Assad, Syrien, Saudi-Arabien, Russland
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