11:59 22 April 2019
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    Eine Euro mit griechischer Eule

    Experten: Athen kann seine Schulden nie zurückzahlen

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    Nowyje Iswestija
    Griechenland: Schuldenkrise und Austritt aus Eurozone (94)
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    Griechenland bekommt ein drittes EU-Hilfspaket in Höhe von 86 Milliarden US-Dollar. Experten bezweifeln jedoch, dass die Griechen die Rettungsgelder jemals zurückzahlen werden können, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Dienstag.

    Bei einem Treffen in der vergangenen Woche einigten sich Vertreter der griechischen Regierung und ihre Gläubiger auf das dritte Hilfspaket. Im Gegenzug verpflichtete sich Griechenland, drastische Haushaltskürzungen vorzunehmen. Außerdem fordern die Kreditgeber von Griechenland Vorschläge zur Bildung eines Treuhandfonds für Privatisierungen. 222 der 300 Abgeordneten in Athen stimmten für die Reformen.

    Viele Beoachter warnen jedoch vor der chronischen Unfähigkeit Athens, seine Schulden zurückzuzahlen. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico sagte im Interview mit der österreichischen Zeitung „Der Standard“: "Die Slowakei wird nicht einen einzigen Cent an griechischen Schulden erlassen, solange ich Premierminister bin."

    Der Direktor des Moskauer Instituts für strategische Analyse FBK, Igor Nikolajew, zweifelt daran, dass die Griechen die von der EU bereitgestellten 86 Milliarden Euro zurückzahlen werden: „Das ist ja bereits das dritte Hilfspaket, eine große Summe. Ob dieses Land sie zurückzahlen kann, ist eine große Frage. Aber es geht auch um wichtige Maßnahmen, die die EU von Griechenland fordert – Steuererhöhungen, aber nicht nur für die Reichen. Wunder gibt es nicht: Wenn Steuern erhöht werden, sinkt die Unternehmeraktivität“.

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    EU, Institut für strategische Analyse FBK, Robert Fico, Igor Nikolajew, Slowakei, Griechenland