08:21 23 August 2017
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    Iran kündigt neuen Raketendeal mit Russland an

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    Ein Vertrag über die Lieferung von russischen S-300-Raketenkomplexen an den Iran könnte „in ein oder zwei Wochen“ unterzeichnet werden, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Wie der iranische Verteidigungsminister Hosein Dehqan in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Fars mitteilte, kommen drei S-300-Divisionen in Frage.

    Wir russische Medien meldeten, könnten sogar vier Divisionen an die Islamische Republik geliefert werden.

    Die russische Waffenexportbehörde Rosoboronexport gab zu diesem Thema keine Kommentare ab.

    Ein russischer Rüstungsmanager räumte allerdings ein, dass die Verhandlungen mit Teheran tatsächlich erfolgreich verlaufen, so dass ein Vertragsabschluss nicht auszuschließen sei.

    2007 hatten Moskau und Teheran einen Vertrag über die Lieferung von drei Divisionen von S-300PMU-2-Raketensystemen unterzeichnet, von denen jedes aus drei Startalanlagen bestand. Der Deal wurde auf 1,2 Milliarden Dollar geschätzt.

    2010 ließ der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew aber die Raketenlieferungen stoppen, weil der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen den Iran verhängte. Die Lieferung der S-300-Raketen fiel jedoch nicht einmal unter diese Strafmaßnahme.

    Der Vertrag wurde aufgelöst, und Russland musste einen Vorschuss in Höhe von mehr als 260 Millionen Dollar zurückzahlen. Teheran ging jedoch gegen die Russen gerichtlich vor und verklagte sie auf die Zurückzahlung von vier Milliarden Dollar.

    Im April hatte Präsident Wladimir Putin angesichts der erfolgreichen Einigung zum iranischen Atomprogramm den Erlass seines Vorgängers außer Kraft gesetzt. Da aber die S-300PMU-2-Modifikation nicht mehr gebaut wird, wurden Teheran S-300-VM4-Raketen angeboten, die Russland bereits nach Venezuela und Ägypten exportierte.

    Vor der Vertragsschließung müssen die Iraner aber ihre Klage gegen Rosoboronexport zurücknehmen.

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