19:37 23 August 2017
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    Europäer streiten über Verlängerung der „Turkish Stream“-Pipeline

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    Die Außenminister Ungarns, Serbiens, Mazedoniens und Griechenlands könnten im Herbst eine Absichtserklärung zum Bau einer Gaspipeline von der Türkei nach Österreich unterzeichnen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Mittwoch.

    Die neue Pipeline „Tesla“ soll 2019 in Betrieb genommen werden. Mit einer Kapazität von 27 Milliarden Kubikmeter und einer Länge von 1300 bis 1400 Kilometer werden Kosten in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro kalkuliert.

    Die endgültige Investitionsentscheidung soll im ersten Quartal 2016 getroffen werden. Die Bauarbeiten sollen im ersten Quartal 2017 beginnen.
    Aus Griechenland könnte zudem eine Abzweigung nach Italien gebaut werden. In diesem Fall steigt die Kapazität des griechischen Abschnitts der Pipeline auf 42 Milliarden Kubikmeter. Davon werden 15 Milliarden Kubikmeter nach Italien gepumpt. Wie eine Quelle aus griechischen Verhandlungskreisen bestätigte, ist Griechenland an der Verlängerung der „Turkish Stream“-Pipeline bis nach Italien interessiert. Zuvor hatte auch Gazprom-Chef Alexej Miller darüber gesprochen.

    Die geplanten Investitionen in das Tesla-Projekt würden bislang nicht die Abzweigung nach Italien umfassen, so eine Quelle. Der Bau des griechischen Abschnitts mit einer Kapazität von 42 Milliarden Kubikmeter wurde auf zwei Milliarden Euro geschätzt.

    In die „Tesla“-Leitung soll nicht nur Gas aus der „Turkish Stream“-, sondern auch aus der TANAP-Pipeline eingespeist werden. Das teilte ein Vertreter des ungarischen Außenministeriums mit.

    Die Verlängerung der „Turkish Stream“-Pipeline nach Europa sei möglich, sagte der OMV-Chef Rainer Seele in der vergangenen Woche (Endpunkt der Tesla-Pipeline soll der OMV-Hub Baumgarten sein). Allerdings werden noch Investoren gesucht. Die Finanzierung des Projekts in Griechenland könnte sich problematisch gestalten. OMV-Chef Seele beteiligt sich nach eigenen Angaben nicht an den Gesprächen über das „Tesla“-Projekt.

    Laut „Wedomosti“-Quellen könnte das „Tesla“-Vorhaben auch auf weitere Probleme stoßen. Die TANAP-Pipeline ist für die Gaslieferungen vom aserbaidschanischen Vorkommen Schach-Denis über Italien bestimmt. Aserbaidschanisches Gas würde für die „Tesla“-Leitung jedoch nicht ausreichen. Ob und wann iranisches bzw. turkmenisches Gas durch die Trükei fließen kann, ist auch ungewisse. Ohne die „Turkish Stream“-Pipeline könne das Projekt nicht umgesetzt werden, so Experten.

    Selbst wenn das Turkish-Stream-Projekt zustande kommen würde, hat Tesla einen Konkurrenten – das slowakische Pipeline-Vorhaben „Eastring“, bei dem Gas von der Türkei über Bulgarien und Rumänien fließen soll. Laut „Wedomosti“-Quellen würde die EU nicht beide Projekte gleichzeitig finanzieren. Außerdem hat sich der für Energiefragen zuständige EU-Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovič für die Aufrechterhaltung der Gaslieferungen durch die Ukraine ausgesprochen. Durch die Ukraine fließt Gas in die Slowakei. Der Slowake Šefčovič wird wohl alles daran setzen, dass die Slowakei als Transitland erhalten bleibt. Deshalb wird er wohl das „Eastring“-Projekt bevorzugen.

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