16:56 19 Juni 2019
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    Nato-Übungen im Schwarzen Meer

    Nato hat der Militärmacht Russlands nichts entgegenzusetzen

    © Foto: U.S. Navy / David Hancock
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    Nesawissimaja Gaseta
    Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen (357)
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    Nach Angaben des US-Militärs will Russland seine militärische Vormachtstellung im Schwarzen Meer ausbauen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Krim
    © Sputnik / Sergey Malgavko
    Der russische Präsident Wladimir Putin betonte bei einer Sitzung in Sewastopol (Stützpunkt der Schwarzmeerflotte) am Mittwoch, dass Russland alles daran setzen werde, um die Sicherheit der Krim zu gewährleisten. Der Oberbefehlshaber der US-Armee in Europa, General Ben Hodges, äußerte Besorgnis über das militärische Erstarken Russlands.

    In einem Interview mit der US-Zeitschrift „Defence News“ sagte Hodges, dass Russlands große Investitionen in die Entwicklung von Waffen und den Ausbau der Militärinfrastruktur in Kaliningrad und auf der Krim tätige. Russland sei imstande, den Zugang zur Ostsee und dem Schwarzen Meer vollständig zu blockieren. Die russischen Streitkräfte würden mit Antischiffsraketen fast 90 Prozent des Schwarzen Meeres abdecken können. Dieselbe Situation sei in der Ostsee zu erkennen. Sie haben auf der Krim und in Kaliningrad tatsächlich viele Möglichkeiten —  sowohl Artillerie, als auch Anti-Schiff-Raketen, Flugabwehr und Bodenstreitkräfte. Das sei ein echtes Problem, so Hodges.

    Es ist klar, dass das Pentagon die Lage in den russischen Grenzgebieten und in den an die Ukraine angrenzenden Nato-Ländern im Blick behält. Auffallend ist jedoch, dass der US-General erstmals öffentlich zugab, dass die USA und die Nato Russland in Sachen Verteidigung hinterher hinken. Hodges betonte, dass das Pentagon jetzt seine Möglichkeiten und die Möglichkeiten seiner Verbündeten prüfen werde.

    Die Äußerungen des US-Generals können natürlich als Teil eines Informationskrieges und als Versuch betrachtet werden, die Aufrüstung Osteuropas zu rechtfertigen. Deutlich wird jedoch, dass Russland seine Sicherheit in einem Maß verstärkt hat, um globale Bedrohungen abwehren zu können.

    Dennoch besteht weiterhin die Gefahr eines hybriden Krieges auf der Krim und in anderen russischen Regionen. Wie Putin am Mittwoch sagte, stellen äußere Kräfte weiterhin eine Bedrohung dar, die die Lage auf der Halbinsel in eine destruktive Richtung lenken könnten.

    Welche destruktiven Kräfte Putin damit konkret meint, ist unklar. Der Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Nikolaj Patruschew, sagte Anfang August jedoch, dass Extremisten und nationalistisch geprägte Organisationen der Ukraine eine reale Bedrohung für die Krim darstellen. Nach Medienangaben wurde im Mai auf der Krim ein Kämpfer des ukrainischen Freiwilligen-Bataillons Asow festgenommen. Er gestand, dass er mit Brandanschlägen auf Moscheen die Krim-Tataren zu Protesten provozieren wollte. Auch Vertreter des ultranationalistischen Rechten Sektors hatten mehrmals Diversionen auf der Krim angekündigt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte im Mai geäußert, die Kämpfe erst dann zu beenden, wenn das Donezbecken und die Krim zurückgewonnen werden.

    Kiew versucht die Lage auf der Krim über krimtatarische Nationalisten zu destabilisieren, von denen viele in der Türkei leben. Laut dem Leiter der überregionalen Bewegung der Krim-Tataren, Remsi Iljassow, versucht die Führung des Medschlis des krimtatarischen Volkes, die Lage auf der Halbinsel zu destabilisieren. Dessen Anführer Refat Tschubarow hielt Anfang August in der Türkei den so genannten Weltkongress der Krimtataren ab, auf dem die Einrichtung eines muslimischen Bataillons in der Ukraine angekündigt wurde. Laut dem ukrainischen Experten Sergej Danilow könnte „Kongress der Auftakt zur Befreiung der Krim von der Besatzung sein“.

    Eine große Rolle spielen dabei auch die Amerikaner. Tschubarow sagte vor einer Woche, dass der Medschlis des krimtatarischen Volkes in den nächsten Monaten eine Vertretung in Washington eröffnen wird.

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    Schwarzmeerflotte, NATO, Frederick Ben Hodges, Sergej Danilow, Refat Tschubarow, Remsi Iljassow, Nikolai Patruschew, Wladimir Putin, Kaliningrad, Krim, USA, Russland