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19:41 20 Juli 2019
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff

    Schmuggelware? Merkel reiste mit Bratwürsten nach Brasilien

    © AFP 2019 / Evaristo Sa
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Mit großer Entourage und Thüringer Bratwürsten ist Kanzlerin Angela Merkel zu den deutsch-russischen Regierungskonsultationen nach Brasilia gereist, schreibt "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Außerdem traf sich Merkel gestern mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff zu einem Vier-Augen-Gespräch. 

    Wegen den neuen Entwicklungen in Griechenland wurde Merkels Brasilien-Reise jedoch zu einer Randnotiz in den deutschen Medien. Wenn über dieses Land überhaupt gesprochen wird, dann hauptsächlich im Zusammenhang mit einer politischen Krise und einem großen Korruptionsskandal. Das „Handelsblatt“ vermutete sogar, Merkel würde „auf eine geschwächte Präsidentin“ treffen. Aber auch die Kanzlerin selbst kann derzeit nicht behaupten, dass für sie alles rund laufen würde. 

    Das war zwar keine Katastrophe, aber am vergangenen Mittwoch hatten im Bundestag mehr CDU-Abgeordnete als erwartet gegen das dritte Griechenland-Paket gestimmt. Unmittelbar nach der Abstimmung eilte die Kanzlerin zum Flughafen, um nach Brasilien zu reisen. Für sie wurde dieser Besuch zu einer guten Möglichkeit, sich vom Thema Griechenland abzulenken und die Kritik an ihrer Person zu ignorieren, sie hätte während der Bundestagsdebatten die meiste Zeit geschwiegen. 

    Themen: Griechenland: Schuldenkrise und Austritt aus Eurozone

    Berlin und Brasilia sind am Ausbau der bilateralen Kooperation interessiert, obwohl die brasilianische Wirtschaft in letzter Zeit auf große Probleme gestoßen ist. Bei den Regierungskonsultationen wurden 15 Abkommen unterzeichnet. Unter anderem handelt es sich um gemeinsame Projekte auf Gebieten wie Förderung von Seltenen Erden, Biotechnologien, Verwaltung von Häfen und Eisenbahnen und Forschungen im Atlantik. 

    Ein besonderes Augenmerk wurde auf das Thema Cybersicherheit gerichtet. Sowohl Merkel als auch Rousseff wurden bekanntlich von US-Geheimdiensten abgehört und erwägen jetzt Gegenmaßnahmen. Zudem arbeiten sie an einer gemeinsamen Position im Vorfeld einer für Ende dieses Jahres angesetzten Klimaschutzkonferenz in Paris.

    Deutsche Medien berichteten aber auch über einen eher nebensächlichen Aspekt der Brasilien-Reise Merkels. Es stellte sich heraus, dass ihr Flugzeug 1400 Thüringer Bratwüste an Bord hatte. Das ließ die Reporter vermuten, dass die Kanzlerin „nicht nur in politischer Mission unterwegs“ sei, „sondern auch in kulinarischer“. In Wahrheit aber werden sie für einen Empfang der Deutschen Botschaft am Jahrestag der Deutschen Einheit gebraucht. 

    Das war natürlich clever von der Kanzlerin, aber riecht nach Schmuggel. So wunderte sich ein Leser der „Bild“-Zeitung: „Eigentlich nicht zu verstehen. Wohne in Brasilien. Die Einfuhr von Fleisch ist auch hier offiziell verboten. Selbst Käse wird hier beim Zoll sofort eingezogen.“

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    Tags:
    CDU/CSU, Dilma Rousseff, Angela Merkel, Griechenland, Deutschland, Brasilien