Widgets Magazine
07:42 17 Juli 2019
SNA Radio
    Propagandakrieg: Westen startet Offensive gegen Russland

    Propagandakrieg: Westen startet Offensive gegen Russland

    © Sputnik / Grigory Sysoev
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Kommersant
    5725187

    Der Westen fährt im Informationskrieg gegen Russland neue Geschütze auf. Vergangene Woche eröffnete die Nato in der lettischen Hauptstadt Riga das Zentrum für strategische Kommunikation, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    „Jeden Tag wird um Seele und Geist der Menschen gekämpft“, sagte Lettlands Präsident Raimonds Vejonis bei der Eröffnung des Nato-Informationszentrums am Donnerstag. In der Allianz hieß es zwar, dass es sich dabei nicht um neues Vorgehen gegen Russland handelt, doch die Aufgaben des Zentrums zeigen das Gegenteil. Wie der Pressedienst der ebenfalls bei der Eröffnungszeremonie anwesenden litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaitė mitteilte, wird das Zentrum seinen Beitrag zur Informationssicherheit leisten, feindliche Propaganda bekämpfen und Informationsangriffe abwehren.

    „Wir sind in Europa darüber schockiert, wie leicht die russischen Medien zur kämpferischen Rhetorik übergingen, weshalb wir uns nicht sicher fühlen können. Leider gibt das Staatsfernsehen in den russischen Medien den Ton an. Qualitative unabhängige Medien, die eine alternative Sicht bieten, sind einfach nicht in der Lage, das Bild ins Gleichgewicht zu bringen“, sagte der ehemalige stellvertretende Außenminister Polens und heutige Exekutivdirektor vom Europäischen Demokratiefonds EED, Jerzy Pomianowski.

    Der 2011 auf Beschluss des EU-Rats eingerichtete EED ist heute einer der aktivsten Akteure bei der Bekämpfung der „russischen Propaganda“ in der EU und in den Ländern der Ostpartnerschaft. EED organisiert Konferenzen, finanziert Medien, darunter russischsprachige, in Osteuropa und analysiert im Auftrag der Niederlande seit Dezember 2014 Möglichkeiten zur Entwicklung der „unabhängigen russischsprachigen Medien“. Nach EUObserver-Angaben wurden  500.000 Euro in das Projekt investiert.

    Bis Mitte der Nullerjahre befassten sich mit Debatten über den notwendigen Kampf gegen die russische Propaganda vor allem die Expertengemeinschaft, kritisch gestimmte Journalisten und die baltischen Staaten. Die Situation änderte sich 2005, als der TV-Sender Russia Today gestartet wurde, der die russische Sichtweise auf das Weltgeschehen darlegt.

    „Zunächst belächelten wir die Aussichten dieses TV-Senders. Doch bereits während des Fünf-Tage-Kriegs in Georgien 2008 verging uns das Lachen“, sagte der britische Journalist Edward Lucas. Die Propaganda-Mechanismen haben sich seit dem Kalten Krieg stark gewandelt. Russlands „Desinformationspolitik“ beruhe auf zwei Stützen – Berichterstattung in Fremdsprachen und Trolle, die Artikel im Internet kommentieren.

    Die EU-Behörden verschärften ihre Propaganda-Maßnahmen während der Ukraine-Krise. Die EU-Mitgliedsstaaten wollen der russischen Desinformationskampagne Widerstand leisten. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini wurde beauftragt, bis Juni einen entsprechenden Aktionsplan vorzulegen.

    Damals wurde auch der Leiter der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya, Dmitri Kisseljow, als „Verkörperung der Propaganda“ auf die EU-Sanktionsliste gesetzt.

    Im Frühsommer verabschiedeten die Abgeordneten des EU-Parlaments eine Resolution, in der dazu aufgerufen wird, die Finanzierung von Projekten zu erhöhen, bei denen der russischen Propaganda innerhalb und außerhalb der EU Widerstand geleistet wird.

    Ab September soll vor allem das eigens dafür geschaffene East StratComTeam die russische Propaganda bekämpfen. Nach EUObserver-Angaben soll das Expertenteams Fakten überprüfen und Klischees ändern.

    Wie europäische Medien berichteten, wollen einige EU-Länder sogar im Alleingang auf die  Informationspolitik Russlands reagieren. In Großbritannien wurde eine entsprechende Einheit aus rund 1500 Experten innerhalb der Streitkräfte eingerichtet. Die deutschen Behörden erhöhten den Etat der Deutschen Welle um zwei Prozent auf 294 Millionen Euro. Der Höhepunkt des Kampfes gegen die russische Propaganda soll ein gemeinsamer europäischer TV-Sender als Gegengewicht zu RT sein.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Putin: Destabilisierungsgefahr auf der Krim
    EU will gegen „russische Propaganda“ kämpfen – Spezialgruppe eingesetzt
    Propaganda ist Hauptkampfmittel in politischen Konflikten von heute - Militär
    Duma-Chef: „Schmutzige“ US-Propaganda entstellt Wahrnehmung der Lage auf der Krim
    Tags:
    Propaganda, Medien, NATO, East StratComTeam, Rossiya Segodnya, Russia Today, Dmitri Kisseljow, Jerzy Pomianowski, Raimonds Vejonis, Georgien, Russland