03:12 29 Januar 2020
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    Russland erschließt Arktis (171)
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    Am Montag beginnt US-Präsident Barack Obama seinen Besuch in Alaska, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Obama will mit seiner Reise nach Alaska offenbar zeigen, dass die USA im Kampf um die Arktis aktiver vorgehen wollen. Bislang spielte Washington in der Arktis eher eine Nebenrolle. 

    Die globale Klimaerwärmung eröffnet neue Möglichkeiten in der Arktis. Die Anrainerstaaten ringen um die Vormachtstellung in den Nordpolarmeeren. Die „New York Times“ bezeichnete das Rennen um die Arktis-Vorkommen bereits als einen neuen Kalten Krieg. Die USA müssen nach eigenem Bekunden gegenüber Russland in diesem Bereich aufholen.

    Nach Angaben der „New York Times“ hat Washington den sich verändernden Umwelt- und geopolitischen Bedingungen in der Arktis-Region bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. „Wir sind seit langem darüber empört, dass das Land nicht über ausreichende Ressourcen zur Aufrechterhaltung einer bedeutenden Präsenz in der Arktis verfügt“, so der Kommandant der US-Küstenwache, Admiral Paul Zukunft. Die Flotte der Küstenwache verfügt nur über zwei überalterte Eisbrecher. Zudem fehlt es den USA an Hochseehäfen im hohen Norden.

    Russland hat hingegen seine Aktivitäten in der Arktis verstärkt. Moskau errichtet zehn Such- und Rettungsstationen an der Arktis-Küste, baut seine Militärpräsenz aus und reaktiviert ehemalige sowjetische Stützpunkte. Zudem beantragte Russland bei der UNO die Erweiterung seines Kontinentalschelfs gemäß dem Seerechtsübereinkommen. Washington hat bis heute dieses Abkommen nicht unterzeichnet. „Die USA nehmen an diesem Spiel noch nicht teil“, so Admiral Zukunft. Die Region erfordert Investitionen, doch politische Auseinandersetzungen und Bürokratie behindern dabei. Die in Washington ansässige Denkfabrik Center for Strategic and International Studies veröffentlichte einen Bericht über Russlands Aktivitäten in der Arktis. Laut den Verfassern des Berichts „Der neue eisige Vorhang“ hängt die Zukunft der russischen Wirtschaft von einer stabilen Erschließung der Arktis ab.

    Russlands Militär in der Arktis
    © Sputnik / Igor Ageyenko
    Dem russischen Seerechtsexperten Wladimir Kotljar zufolge verdrehen die USA das Bild, wenn sie von den wachsenden Aktivitäten Russlands in der Region sprechen. „Man muss damit beginnen, dass Russland in den 1990er-Jahren die Arktis verließ. Viele technische Anlagen, meteorologische Stationen und Versorgungsstützpunkte wurden wegen Geldmangels aufgegeben. Die USA hielten ihre Militärstützpunkte auf der Arktis weiterhin instand. Als wir damit begannen, das Verlorene zu reaktivieren, ging das Geschrei los“, so der Experte.

    Weil die USA das Seerechtsübereinkommen nicht unterzeichnet haben, müssen die Unterzeichnerstaaten keine Rücksicht auf ihre Meinung nehmen. Nur die Teilnehmerstaaten der Konvention hätte ein Stimmrecht, so der Experte.

    Wie Expertin Jekaterina Labezkaja sagte, wollen die USA ihren Vorsitz im Arktischen Rat zu ihren eigenen Gunsten nutzen. Washington strebe eine härtere Gangart in seiner Arktis-Politik an. Russlands Maßnahmen bewegen sich jedoch ausschließlich im Rahmen des Völkerrechts, so die Expertin.

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    Klimaerwärmung, Uno, Barack Obama, Jekaterina Labezkaja, Wladimir Kotljar, USA, Russland, Nordpolarmeer, Alaska, Arktis