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    Amerikanisch-georgische Militärübung

    Pentagon will Georgien vor Russland schützen

    © AP Photo / Shakh Aivazov
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    Kommersant
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    Nach Angaben des Kommandeurs der US-Landstreitkräfte in Europa, Ben Hodges, wird bei Übungen im kommenden Jahr geprüft, wie schnell die USA im Ernstfall Georgien zur Hilfe kommen können, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Die gegenüber Russland als unversöhnliche geltende georgische Verteidigungsministerin Tinatin Chidascheli wird Hodges Worte vermutlich wohlwollend vernommen haben. Laut georgischen Experten wollen die USA wegen der Ukraine-Krise mit Georgien und anderen Ländern aktiver kooperieren, die nach ihrer Ansicht durch Russland bedroht werden könnten.

    „Eine der wichtigsten Aufgaben der künftigen amerikanisch-georgischen Militärübungen ist zu prüfen, wie schnell die US-Militärtechnik und Kämpfer auf georgischen Boden gebracht werden können“, sagte Generalleutnant Hodges in der Konferenz „Neue geopolitische Landschaft Europas. Sicherheit, Wirtschaftsmöglichkeiten, Freiheit und Menschenwürde in frontnahen Ländern“. Die zweitägige Veranstaltung begann am Montag in Tiflis unter Teilnahme des Präsidenten, Premiers, Parlamentsvorsitzenden und der Verteidigungsministerin Georgiens.

    Die georgische Verteidigungsministerin Chidascheli zeigte sich von der Offenheit Hodges’ angenehm angetan. „Ich habe nicht erwartet, dass er öffentlich das sagt, was er heute Morgen in einem Gespräch zu mir sagte“, so die Ministerin. Hodges sei der Meinung, dass Russland bereits seit 20 Jahren aggressiv vorgehe, ohne dass andere Seiten es dazu provozieren, so Chidascheli.

    „Wenn die Überprüfung der Schnelligkeit der Reaktion auf eine Aggression zur offiziellen Legende der Übungen wird, ist dies ein sehr ernsthafter militärpolitischer Schritt“, so der Chefredakteur der Militärzeitschrift „Arsenali“, Irakli Aladaschwili. Er erinnerte daran, dass bei  Vorbereitung der amerikanisch-georgischen Übungen „Noble Partner“ im Mai erstmals Schützenpanzerwagen Bradley aus Bulgarien nach Georgien gebracht wurden. Chidascheli sagte am Montag, dass US-Militärtechnik und Personal künftig ebenfalls aus den US-Stützpunkten in Bulgarien zu den Übungen in Georgien gebracht werden könnten.

    Nach den Ereignissen in der Ukraine seien die Amerikaner sich darin sicher, dass dieses Vorgehen der richtige Weg sei, so Aladaschwili. Georgiens Präsident Georgi Margwelaschwili gab dies bei der Eröffnung der Konferenz am Montag zu verstehen: „Russische Politiker schließen eine militärische Lösung in den Beziehungen mit den Nachbarn nicht aus“.

    Moskau hatte Vorwürfe dieser Art in der Vergangenheit stets zurückgewiesen und vor den negativen Folgen einer engeren Militärkooperation zwischen Georgien und dem Westen gewarnt. Ende August kritisierte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa die Eröffnung eines Nato-Übungszentrums in Georgien und sprach von einer „Fortsetzung der Provokationspolitik der Allianz“. „Die Einrichtung eines solches Militärobjektes der Nato in Georgien wird ein ernsthafter destabilisierender Faktor für die Sicherheit in der Region sein“, so Sacharowa. Diejenigen, die in dieser Situation Tiflis weiter in die Nato ziehen, sollten sich ihrer Verantwortung bewusst werden, wobei man die traurige Erfahrung der Region im Jahr 2008 nicht außer Acht lassen sollte, so die russische Außenamtssprecherin.

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    Schützenpanzer Bradley, Übung Noble Partner, NATO, Irakli Aladaschwili, Tinatin Chidascheli, Maria Sacharowa, Frederick Ben Hodges, USA, Russland, Georgien