12:09 26 Januar 2020
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    Venezuela will mit den USA einen gerechteren Ölpreis erörtern, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Einige Exportländer wollen die USA um Unterstützung zur Rettung des Ölmarkts bitten. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro schlug den Amerikanern vor, am Verhandlungstisch einen gerechten Ölpreis zu besprechen. Jetzt handelt es sich um 70 US-Dollar statt der früheren 100 Dollar, mit denen Maduro vor einiger Zeit rechnete. Mit welchen Zugeständnissen von Seiten der Amerikaner der venezolanische Präsident rechnen kann, ist ungewiss, denn die USA gehören nicht zu den größten Rohstoffexporteuren. S&P-Analysten gehen davon aus, dass der Preis der Ölsorte Brent erst 2017 auf 70 bis 75 US-Dollar steigen könnte.

    Medienberichten zufolge will Maduro die USA davon überzeugen, den Mindestpreis auf etwa 70 US-Dollar festzusetzen.

    Bereits Ende November des vergangenen Jahres lag der Ölpreis bei rund 70 Dollar. Damals hielt Maduro 100 US-Dollar für einen gerechten Preis. Von diesem Wunsch muss er jetzt abrücken. Der Ölpreis rutschte vor kurzem auf weniger als 50 Dollar ab, venezolanisches Öl kostet sogar weniger als 43 Dollar.

    Für Venezuela ist es äußerst wichtig, den Ölpreis auf das vorherige Niveau zu bringen. Laut Experten benötigt das Land einen Ölpreis von 100 bis 150 Dollar, um seinen Haushalt auszugleichen. Im Haushalt 2015 ist ein Preis von 60 US-Dollar einkalkuliert. Sollte der Preis noch weiter fallen, drohen Venezuela eine arge Haushaltskrise und soziale Unruhen.

    Die Ratingagentur S&P erwartet erst 2017/2018 einen Anstieg des Ölpreises auf 70 bis 75 Dollar.

    Am 31. August signalisierte die OPEC ihre Bereitschaft, sich mit Nicht-OPEC-Mitgliedern in Bezug auf eine Stabilisierung der Ölpreise zu verständigen. Nach dieser Nachricht stieg der Ölpreis am Montag vergangener Woche auf mehr als 54 Dollar. Doch zu Beginn dieser Woche fiel der Preis erneut. Den abrupten Preisverfall führen Experten auf eine Ankündigung aus Russland zurück. Am Montag hatte der Chef des russischen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, geäußert, dass die OPEC Russland angeboten habe, sich der Organisation anzuschließen. Doch Russland entschied sich dafür den Status eines Beobachters beizubehalten.

    Russlands Verzicht auf einen OPEC-Beitritt schließt jedoch einen Dialog nicht aus. Im Gegenteil: Wie Vizepremier Arkadi Dworkowitsch Anfang September betonte, will Russland mit der OPEC Konsultationen führen. Auch früher habe es Konsultationen gegeben, an denen der russische Energieminister Alexander Nowak aktiv teilnahm. Beim OPEC-Gipfel im Juni in Wien und anschließend Ende Juli in Moskau während des Energiedialogs erörterte Minister Nowak mit OPEC-Generalsekretär Abdullah al-Badri die Ölpreise. Ein weiteres Treffen in Wien ist für das zweite Halbjahr 2016 geplant.

    Laut den von „Nesawissimaja Gaseta“ befragten Experten sind keine Voraussetzungen für einen Anstieg der Ölpreise auf 70 US-Dollar in absehbarer Zukunft zu erwarten. „Ein solcher Preis ist innerhalb von ein bis anderthalb Jahren kaum zu erreichen. DEine Rückkehr zu diesem Preis ist möglich, falls die OPEC eine abgestimmte Aktion unternimmt und in einem Ölförderland ein militärischer Konflikt ausbricht. Das ist kaum wahrscheinlich“, so Experte Andrej Ljuschin.

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    Tags:
    Dollar, Erdöl, Rosneft, OPEC, Andrej Ljuschin, Abdullah al-Badri, Nicolas Maduro, Arkadi Dworkowitsch, Igor Setschin, Alexander Nowak, Venezuela, USA, Russland