03:37 08 Dezember 2019
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    Situation in Syrien

    Russland und USA: Militärische Kollision in Syrien?

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    Die USA sind ernsthaft besorgt über Russlands militärische Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Das Pentagon nimmt de facto unmittelbar am Kampf gegen die Regierungstruppen Assads teil. Laut Quellen werden US-Angriffsdrohnen und Spezialeinheiten auf der Seite der syrischen Oppositionellen eingesetzt.

    Nach Angaben der „Nesawissimaja Gaseta“ unter Berufung auf eine Quelle in arabische Medien bombardierten die USA ein Wohnviertel in Karnas. Zugleich betonte die Quelle, dass einige proamerikanische Nachrichtenagenturen die Situation so darstellten, dass es sich dabei um einen russischen Kampfjet des Typs MiG-21 handelte, der von einem syrischen Deserteur, der zum „Islamischen Staat“ (IS) übergelaufen war, geflogen wurde. Lokale Medien berichteten mehrfach, dass gegen syrische Regierungstruppen Angriffsdrohnen eingesetzt werden. Über solche Waffen verfügen nur das Pentagon und Israel. Doch Tel-Aviv versucht, in dieser Situation neutral zu bleiben.

    Wie das Amtsblatt des russischen Verteidigungsministeriums „Krasnaja Swesda“ vor einigen Tagen berichtete, führen CIA-Antiterroreinheiten und das Kommando für Sondereinsätze der US-Streitkräfte seit langem eine geheime Operation in Syrien außerhalb der internationalen Koalition durch. Dabei werden viele Drohnen und Spezialeinheiten eingesetzt.

    Falls Russland der syrischen Armee im Kampf gegen IS und die aufständischen islamischen Gruppierungen aktiv helfen wird, die von den Amerikanern unterstützt werden, ist nicht ausgeschlossen, dass eine Situation entsteht, in der diese Militärhilfe direkt gegen die US-Einheiten gerichtet sein wird. Deswegen betonte US-Außenminister John Kerry am Donnerstag erneut, dass eine weitere Unterstützung Assads durch Russland zur Eskalation des Konflikts führen könne. Washington lehnt weiterhin Russlands Position zur Lösung der Syrien-Frage ab.

    Russische Beamte halten sich weiter bedeckt zur möglichen Teilnahme von russischen Soldaten an den Kämpfen auf der Seite Assads. Wie der stellvertretende Leiter des Generalstabs der russischen Streitkräfte, Nikolai Bogdanowski, jedoch sagte, wird die Einrichtung eines Militärstützpunkts in Syrien erwogen. Der private US-Geheimdienst Stratfor veröffentlichte am Montag Satellitenaufnahmen, die angeblich beweisen, dass ein russischer Stützpunkt in Latakia errichtet wird. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Donnerstag, dass am Flugplatz in Latakia vier russische Kampfhubschrauber entdeckt worden seien. Zuvor hatte Reuters von der Lieferung von modernisierten russischen Flugabwehrsysteme Panzir-S1 an Syrien berichtet, das alle moderne Flugapparate in einer Höhe von 15 Meter bis 15 Kilometer und einer Entfernung bis 18 Kilometer abschießen kann. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Abwehrraketen von russischen Spezialisten gesteuert werden, wie dies bereits bei Militäraktionen in Korea, Vietnam und im Nahen Osten der Fall war.

    Ein weiteres Indiz lieferte Syriens UN-Botschafter Baschar Dschaafari, als er sagte, dass Russland ebenso wie die USA IS-Stellungen angreifen könnte. In Bezug auf die Informationen über die Verlegung von russischer Militärtechnik zur Errichtung eines Stützpunktes in Latakia sagte Dschaafari, dass die Tätigkeit der russischen Militärs in Syrien gemäß der bilateralen Militärkooperation erfolgt.

    Falls Russland beschließt, mit Waffen in den Kampf gegen IS zu ziehen, wird wohl nicht nur das Territorium Syriens genutzt, sondern auch das Territorium des Iraks und Irans. Im Mittelmeer halten sich ständig russische Kriegsschiffe auf. Die USA und andere Nato-Länder äußerten bereits Besorgnis wegen der Berichte, dass die russische Marine Übungen mit Raketenschüssen vor der Küste Syriens abhält und ähnliche Manöver vom 30. September bis 7. Oktober plant.

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    Terrormiliz Daesh, MiG-21, CIA, Baschar Dschaafari, Nikolai Bogdanowski, John Kerry, Russland, Latakia, Syrien