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02:25 19 September 2019
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    Ein Tunnel unter dem Ksiaz-Schloss in WalbrzychKsiaz-Schloss in Walbrzych

    Nazi-Zug in Polen - Neue Spur zum Bernsteinzimmer?

    © AFP 2019 / JANEK SKARZYNSKI © AFP 2019 / JANEK SKARZYNSKI
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    In dieser Woche ist im Südwesten Polens mit der Rodung eines Waldstücks begonnen worden, in dem sich angeblich ein Tunnel mit einem Panzerzug mit Nazigold befindet, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Freitag.

    Außerdem wird vermutet, dass Hitlers Faschisten versucht hatten, mit dem Zug die Archive des Dritten Reiches und sogar das berühmte Bernsteinzimmer in Sicherheit zu bringen. Jetzt bemühen sich die polnischen Behörden darum, dass die Aufregung um den angeblichen Fund des „Gold-Zuges“ durch zwei Schatzsucher ein Ende findet.

    Bekanntlich hatten die Nazis im Frühjahr 1945 versucht, ihr Raubgut vor der Roten Armee zu verstecken. In dieser Zeit verließ ein Panzerzug Breslau in Richtung Waldenburg (heute Walbrzych), der äußerst wertvolle Gegenstände geladen gehabt haben soll. Er soll in einen Tunnel in der Nähe des Schlosses Ksiaz gefahren sein, ihn aber nie wieder verlassen haben.

    Seit 70 Jahren ist in Polen das Gerücht im Umlauf, der Zug wäre in einem der Tunnel versteckt worden, die KZ-Häftlinge im niederschlesischen Gebirge gebaut hatten. Angeblich sollte man nach dem Zug zwischen dem 60. und 65. Kilometer auf der Bahnstrecke zwischen Breslau und Walbrzych suchen.

    Die zwischen 1938 und 1941 geprägte deutsche Münzen wurden  ím Nationalpark Teyú Cuare im Norden Argentiniens gefunden
    © REUTERS / Clarin newspaper/Handout via Reuters
    Hinzu kommt, dass in dieser Zeit zahlreiche neue Legenden um den Panzerzug erfunden wurden. Eine Version lautet, dass er mit Nazigold beladen worden sein könnte, wie auch mit zahlreichen Kunstwerken, die die Nazis in verschiedenen europäischen Ländern gestohlen hatten. Laut einigen Angaben wurden all diese wertvollen Gegenstände gegen Ende des Krieges nach Breslau gebracht, das von den Alliierten kaum bombardiert wurde und als sicherer Rückzugsort galt. Außerdem könnten in dem Zug gewisse Dokumente in Sicherheit gebracht worden sein. Denn nach der Schlacht um Breslau vom 23. Januar bis 6. Mai 1945 war ein großer Teil des städtischen Archivs verschwunden. 

    Zwei Schatzsucher, der Pole Piotr Koper und der Deutsche Andreas Richter, hatten Mitte August überraschend verkündet, den legendären Panzerzug entdeckt zu haben. Als Beweis zeigten sie Aufnahmen von einem Bodenradar. Die beiden Schatzsucher machten kein Hehl daraus, dass sie mit einem Finderlohn in Höhe von zehn Prozent des Schatzes rechnen, der womöglich gefunden werden könnte. Für einen Teil dieses Geldes wollen sie ein Museum ins Leben rufen, das dem mysteriösen Panzerzug gewidmet sein soll.

    Experten sehen die Geschichte jedoch eher skeptisch. Viele polnische Spezialisten sind überzeugt, dass die beiden Schatzsucher die Bilder gefälscht haben. Aber die Nachricht über die angebliche Entdeckung des berüchtigten Nazigoldes sorgte für großes Aufsehen in der polnischen Gesellschaft. Viele halten diese Geschichte für einen Versuch, neue Touristen ins Land zu locken. Viele glauben aber auch, dass der mysteriöse „Gold-Zug“ tatsächlich existiert.

    Auf Bitte des Oberhauptes der Woiwodschaft Niederschlesien, Tomasz Smolarz, nehmen an der Suchoperation sogar Militärexperten teil. Der Beamte vermutet, dass es in der Gegend kein Nazigold gibt, besteht aber auf einer gründlichen Untersuchung, um diese Legende zu widerlegen. Da niemand genau weiß, was der Panzerzug in Wahrheit beförderte, suchen die Militärs sogar nach Chemiewaffen und Sprengstoffen.

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    Nationalsozialismus (Nazismus), Nazi-Gold, Gold, Tomasz Smolarz, Andreas Richter, Piotr Koper, Polen