19:02 25 September 2018
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    Flüchtlinge an der hungarischen Grenze

    Ungarn und Kroatien streiten über Flüchtlinge

    © REUTERS / Bernadett Szabo
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    Nowyje Iswestija
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    Am vergangenen Freitag hat Kroatien wegen des anhaltenden Flüchtlingsansturms seine Grenzen dichtgemacht. Ohne Absprache schob Kroatien Hunderte Flüchtlinge nach Ungarn ab, was im Nachbarland für große Empörung sorgte, schreibt die „Nowyje Iswestija” am Montag.

    Vor einer Woche hatten die kroatischen Behörden verkündet, dass sie alle Flüchtlinge, die die Route über den Balkan gewählt haben, zunächst aufnehmen und anschließend nach Österreich und Deutschland weiterschicken würden.  Doch bereits einen Tag nach dem Eintreffen der ersten Flüchtlinge änderte sich die Situation.

    Mehr als 15 000 Migranten, die aus Serbien nach der Schließung der Grenze zu Ungarn kamen, durchbrachen die Sperre und begaben sich nach Zagreb, um von dort aus nach Westeuropa zu gelangen. Zudem schoben die Kroaten ohne Rücksprache mit Ungarn 800 Flüchtlinge in einem Zug ins Nachbarland ab. Ungarns Außenministerium bewertete das eigenwillige Vorgehen der kroatischen Regierung als diplomatischen Affront und Verstoß gegen die EU-Regeln.

    Sowohl aus Kroatien als auch Serbien strömen Migranten nach Ungarn. Budapest erklärte, einen „eisernen Vorhang“ an den neuralgischen kroatisch-ungarischen Grenzabschnitten (350 Kilometer lang) zu errichten. Ungarn errichtete an der Grenze bereits einen 41 Kilometer langen Stacheldrahtzaun. Am Wochenende wurden zusätzliche Armee- und Polizei-Einheiten an die Grenze entsandt.

    Nach Angaben des ungarischen Regierungsberaters für innere Sicherheit, György Bakondi,  passierten am Samstag weitere 4200 Migranten die ungarischen Grenzübergänge. Die meisten Flüchtlinge nutzen die Grenzübergänge in Beremend und Letenye.

    Ungarns Außenminister Péter Szijjártó rechnet damit, dass in nächster Zeit bis zu 35 Millionen Migranten nach Europa kommen werden.
    Budapest forderte die europäischen Länder auf, in der Türkei und Jordanien Aufnahmelager für Kriegsflüchtlinge aus Syrien einzurichten. Die EU könnte dafür drei bis fünf Milliarden Euro bereitstellen, so die ungarischen Behörden.

    Auf dem EU-Gipfel am Mittwoch in Brüssel will Ungarn das Thema Migration in Europa ganz oben auf die Agenda setzen.

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    Tags:
    Migranten, Migrationspolitik, EU, György Bakondi, Jordanien, Türkei, Deutschland, Österreich, Kroatien, Ungarn