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02:08 16 Oktober 2019
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    Russland bekommt zwei Milliarden US-Dollar bei Verkauf der Mistral-Schiffe an Ägypten

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    Frankreichs Präsident Francois Hollande und sein ägyptischer Amtskollege Abdel Fattah al-Sisi haben sich offenbar auf den Kauf der zwei zuvor für Russland bestimmten Mistral-Hubschrauberträger geeinigt.

    Nach Reuters-Angaben unter Berufung auf das französische Verteidigungsministerium beläuft sich der Deal auf 950 Millionen Euro, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Die zwei Mistral-Schiffe waren gemäß einem Vertrag mit dem russischen Rüstungskonzern Rosoboronexport für die russische Marine gebaut worden. Im August des vergangenen Jahres verhängte der französische Präsident Francois Hollande wegen der Ukraine-Krise jedoch ein Embargo auf die Übergabe der Schiffe. In diesem Jahr verhandelten Moskau und Paris lange Zeit über die Aufhebung des Vertrages. Am 5. August einigte man sich schließlich auf die Aufkündigung des Rüstungsdeals.

    Nach Angaben der französischen Zeitung „La Tribune“ zahlte Paris 949,7 Millionen Euro an Moskau zurück. Laut einer Quelle aus dem Umfeld von Rosoboronexport handelt es sich um mehr als eine Milliarde Euro. Russische Spezialisten bauen derzeit die radioelektronischen Anlagen in der französischen Werft STX aus.

    Zuvor hieß es, dass Frankreich über den Verkauf der Schiffe mit Malaysia, Indien, die Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Brasilien und Kanada verhandelt. Im Frühjahr und Sommer 2014, als die USA und andere Nato-Verbündeten Frankreich unter Druck setzten, den Vertrag mit Russland zu kündigen, schlugen einige US-Kongressmitglieder vor, dass die Nato die Mistral-Schiffe kaufen könnte.

    Zugleich hatte Russland das Recht, den Abnehmer beim Weiterverkauf der Mistral-Schiffe mitzubestimmen, weil deren Heck in St. Petersburg gebaut wurde und die russische Seite ein Zertifikat zur Endnutzung des in Russland gebauten Segments des Hubschrauberträgers hatte.

    Am Mittwoch wurde bekannt, dass Russland mit Ägypten einen Vertrag zur Lieferung von 50 Ka-52-Hubschraubern abgeschlossen hat, unter denen auch die speziell in Russland für die Mistral-Schiffe entwickelten Hubschrauber Ka-52K sind. Der Gesamtwert dieses Deals könne bei zwei Milliarden US-Dollar liegen, hieß es aus Moskau.

    Laut dem Politologen Konstantin Makijenko haben von diesem überraschenden Ende der Mistral-Angelegenheit letztendlich beide Seiten profitiert. Die russische Seite bekam ihr Geld zurück. Zudem werde ein großer Exportvertrag zum Verkauf der Ka-52-Hubschrauber mit einem befreundeten Land geschlossen. Frankreich habe seinerseits große Verluste vermieden, so der Experte.

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    Ka-52, Mistral, Rosoboronexport, NATO, François Hollande, Ägypten, Frankreich, Russland