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    Flagge von China und USA

    China und USA: Zaghafte Annäherung zweier Rivalen

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    Der chinesische Staatschef Xi Jinping weilt zu seinem ersten offiziellen Besuch in den USA. Trotz der sich verbessernden Wirtschaftsbeziehungen verschärfen sich die politischen Kontroversen zwischen den beiden Ländern, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Xi Jinping trifft sich während seines sieben Tage dauernden USA-Besuchs mit Präsident Barack Obama sowie mit Wirtschaftsbossen und nimmt an der UN-Vollversammlung teil.

    Die wachsenden Spannungen zwischen den beiden Ländern überschatten den USA-Besuch des chinesischen Staatschefs. Vor einigen Wochen berichteten US-Medien unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus, dass gegen China Sanktionen wegen Cyberangriffen verhängt werden können. In den USA soll deshalb ein Nichtangriffspakt geschlossen werden, um Hackerangriffe auf Infrastruktur-Objekte wie Stromwerke, Telefonnetze, Krankenhäuser und Banken auszuschließen.

    Ein weiterer Stolperstein ist Chinas Politik im Südchinesischen und Ostchinesischen Meer. China errichtet seit einigen Jahren Militärstützpunkte auf künstlichen Inseln und fordert Absprachen mit Schiffen, die in diesen Gewässern verkehren. US-Verteidigungsminister Ashton Carter kritisierte diese Politik.

    China hat seinerseits auch Beanstandungen gegenüber Washington. Seit dem Amtsantritt Jinpings ist der Begriff „aggressive äußere Kräfte“ im Umlauf, mit dem das US-Hegemoniestreben beschrieben wird. Laut chinesischen Medien sind diese Kräfte für die Unruhen im Autonomiegebiet Xinjiang 2014 sowie für den chinesischen Börsencrash im Sommer 2015 verantwortlich.

    „In der Amtszeit Jinpings hat die Kritik an den USA massiv zugenommen. Besonders heftig wurden die USA wegen der Organisation der Regenschirm-Revolution in Hongkong im vergangenen Jahr kritisiert. Die chinesischen Behörden versuchen damit einfach, den Zorn der Gesellschaft von den inneren Problemen Chinas auf äußere Feinde zu lenken“, so der britische Politologe Michael Cole.

    Dennoch hob Jinping in den USA vor allem positive Aspekte hervor. Er wolle nach eigenem Bekunden mehr Verständnis und Vertrauen und weniger Misstrauen in den Beziehungen zwischen beiden Ländern sehen. Er versprach, den Yuan nicht abzuwerten und äußerte Zuversicht, dass die Turbulenzen an den Börsen ein Ende finden.

    Laut den vom „Kommersant“ befragten russischen Experten werden die politische Kontroversen zwischen beiden Ländern trotz des enormen gegenseitigen Handelsumsatzes zunehmen. Die außenpolitischen Ansichten Pekings und Washingtons werden mit der Verschärfung der wirtschaftlichen Konkurrenz weiter auseinandergehen. Während Peking versucht, sich als neue Führungsmacht in der Asiatisch-Pazifischen Region zu präsentieren, will Washington den wachsenden Einflusses  Chinas stoppen. „Die USA haben sich daran gewöhnt, die Wirtschaftsmacht Nummer eins in der Welt und stärkste Macht in Asien zu sein, doch China kann sie in der nächsten Zukunft überholen“, so der Politologe Andrej Karnejew.

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    Tags:
    Sanktionen, Ashton Carter, Andrej Karnejew, Barack Obama, Xi Jinping, China, USA