04:45 25 Oktober 2020
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    Die Autoren des Kinofilms „Die brennenden Herzen“ über die Tragödie im ukrainischen Odessa am 2. Mai 2014 hoffen auf Unterstützung des deutschen Bundestags bei der Untersuchung des tragischen Feuers im Gewerkschaftshaus.

    Wie Jekaterina Fedorenko, eine der Filmmacherinnen, RIA Novosti mitteilte, haben sich die Autoren an Andrej Hunko, Fraktionsmitglied der Linken und PACE-Mitglied, mit dieser Bitte gewandt.

    „Wir haben uns an den deutschen Bundestag gewandt, damit seine Abgeordneten den Einwohnern Odessas bei der Ermittlung der Umstände dieser schrecklichen Tragödie helfen. Denn keiner der Verbrecher wurde bisher dafür bestraft. Wegen der Ereignisse in dem Gewerkschaftshaus wurden 20 Menschen verhaftet. Sie waren alle Anhänger der ‚Anti-Maidan‘-Bewegung, die des Terrorismus und Separatismus beschuldigt wurden. Niemand von denjenigen, die auf Menschen in Odessa schossen und sie verbrannten, wurde festgenommen“, so eine der Filmemacher, Anna Sinjukowa.

    © Sputnik
    Lauffeuer: Film beleuchtet Tragödie im Gewerkschaftshaus in Odessa

    Der Film war am Mittwoch in Berlin präsentiert worden. Dort wurden die Lebensgeschichten von fünf Menschen geschildert, die am 2. Mai bei einer Auseinandersetzung mit Nationalisten im Odessaer Gewerkschaftshaus ums Leben gekommen sind. Zuvor war der Film auch in Madrid gezeigt worden. Für Anfang Oktober ist seine Erstaufführung in Odessa geplant.

    „Wir wollten in unserem Film Europa zeigen, was bei uns wirklich passiert. Wie die Ukrainer sich gegenseitig wegen Andersdenkens töten. Ich kann nicht sagen, dass die Menschen, die sich filmen ließen, leicht zu erreichen waren. Manche von ihnen stimmten zu, dann aber riefen sie uns ein paar Tage später an und sagten die Aufnahme ab“, so Sinjukowa. „Sie haben Angst, als Verwandte von ‚Terroristen und Separatisten‘ verfolgt zu werden, wie sie in der Ukraine offiziell bezeichnet werden.“

    Sinjukowa zufolge sind diese Ängste durchaus gerechtfertigt. „So wird Irina Lukas, deren Sohn am 2. Mai ums Leben kam und die keine Angst hatte, mit uns zu sprechen, immer noch von Radikalen verfolgt. Sie wird bedroht und hat bereits ihren Job verloren. Alle Familien, die sich filmen ließen, sind bereit, bis zum Ende zu gehen und faire Ermittlungen zu verlangen, damit ihre Kinder nicht als Terroristen und Mörder abgestempelt werden.“

    • Branddrama in Odessa (Archivbild)
      Branddrama in Odessa (Archivbild)
      Agentur Odessa-Media
    • Branddrama in Odessa (Archivbild)
      Branddrama in Odessa (Archivbild)
      © Sputnik / Anton Kruglov
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      Branddrama in Odessa (Archivbild)
      © Sputnik / Vadim Ghirda
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    Agentur Odessa-Media
    Branddrama in Odessa (Archivbild)

    Eine Aktion der „Anti-Maidan“-Bewegung am 2. Mai 2014 auf dem Kulikowo-Feld in Odessa endete tragisch, nachdem gegen die Aktivisten radikale Kämpfer des rechtsradikalen „Rechten Sektors“ demonstriert hatten. Dutzende „Anti-Maidan“-Aktivisten kamen während eines Brandes im Gewerkschaftshaus ums Leben, in dem sie sich versteckt hatten. Laut offiziellen Angaben wurden damals 48 Menschen getötet und mehr als 250 verletzt. Das Ermittlungsverfahren ist immer noch nicht beendet.

    Gleichzeitig wurden Dutzende Strafverfahren gegen „Anti-Maidan“-Aktivisten eingeleitet. Sie werden der Teilnahme an Massenunruhen, des Separatismus und Terrorismus beschuldigt.

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    Tags:
    PACE, Irina Lukas, Anna Sinjukowa, Jekaterina Fedorenko, Ukraine, Odessa, Russland, Deutschland