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    Massenpanik bei Mekka

    Massenpanik in Mekka: Iran erhebt schwere Vorwürfe gegen Saudi-Arabien

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    Nach der Massenpanik mit mehr als 700 Toten bei der Pilgerfahrt nach Mekka hat der Iran scharfe Kritik an Saudi-Arabien geübt, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Irans Präsident Hassan Rouhani hatte auf seiner Rede vor der UN-Vollversammlung eine internationale Untersuchung des Unglücks gefordert. Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Jubeir warnte davor, die Tragödie für politische Zwecke zu missbrauchen.

    Der schiitische Iran wirft dem sunnitischen Saudi-Arabien vor, in Mekka keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben. Rouhani sprach von „Inkompetenz“ der saudi-arabischen Behörden. Teheran geht davon aus, dass die Straßenabsperrungen wegen des königlichen Konvois zu dem Unglück geführt haben.

    Irans Generalstaatsanwalt Ebrahim Raisi drohte den Saudis mit einer Klage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Teheran zeigte sich empört, dass die saudi-arabischen Behörden einer iranischen Delegation, die die Toten der Massenpanik nach Hause bringen sollten, bislang noch keine Visa ausgestellt haben.

    Massenpanik bei Mekka
    © REUTERS / Directorate of the Saudi Civil Defense
    Dem saudi-arabischen Innenminister Mansur al-Turki zufolge ist der Konvoi, in dem sich nicht der König befand, sondern hochrangige Gästen aus dem Ausland fuhren, nicht der Grund für die Massenpanik gewesen. Der saudi-arabische  Außenminister Adel al-Jubeir kündigte eine Untersuchung des Unglücks und eine Bestrafung der Verantwortlichen an.

    Es ist das tragischste Unglück in Mekka seit 25 Jahren. 769 Menschen kamen bei der Massenpanik ums Leben, 934 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben aus Teheran sind dabei 136 Iraner ums Leben gekommen, weitere 85 wurden verletzt. 344 Iraner werden noch vermisst.

    Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, sind der frühere iranische Botschafter im Libanon, zwei Journalisten und ein renommierter Politologe unter den Vermissten.

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    Pilger, 70. UN-Generalversammlung, UN-Vollversammlung, Mansur al-Turki, Ebrahim Raisi, Adel al-Jubeir, Hassan Rohani, Saudi-Arabien, Mekka