03:32 07 Dezember 2019
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    US-Militär: Ausbildungsmissionen werden zum Milliardengrab

    US-Militär: Ausbildungsmissionen werden zum Milliardengrab

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    Washington hat Milliarden Dollar in die Ausbildung fremder Streitkräfte im Nahen Osten, Nordafrika und Südasien gesteckt, ohne einen positiven Effekt erreicht zu haben, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    In seiner Rede in der Militärakademie „West Point“ im Mai 2014 zählte US-Präsident Barack Obama dieses Programm noch zu den „Schlüsselaufgaben“. Damals beschloss das Weiße Haus, keine großen Kontingente, sondern nur eine geringe Zahl von Militärberatern und Ausbildern in instabile Regionen zu schicken. 

    Dieses Programm kann nun allerdings als gescheitert angesehen werden: Das US-Verteidigungsministerium vergab 25 Milliarden Dollar für die Ausbildung der irakischen Armee, 65 Milliarden Dollar für den Aufbau der Streitkräfte und Polizei in Afghanistan und 500 Millionen Dollar für die Ausbildung der syrischen Oppositionseinheiten. Überall wurden diese Programme unter großen Schwierigkeiten umgesetzt. 

    „Die Ergebnisse beim Aufbau der Sicherheitskräfte sind in den letzten 15 Jahren nicht gerade erfreulich“, räumte der frühere US-Botschafter in Afghanistan, Karl Eikenberry, ein. 

    Das entsprechende Programm im Irak wurde unter Premier Nuri al-Maliki gestoppt, weil Bagdad wesentlich weniger Rekruten bereitgestellt hatte als erwartet. Zudem suchten schiitische Soldaten und Polizisten das Weite und flüchteten nach Europa. In der irakischen Provinz Anbar hat sich die Lage derart dramatisch entwickelt, dass die dortigen schiitischen Volksheerkämpfer mit Sunniten verstärkt werden mussten, die aber in relativ sicheren Gebieten bleiben und blutige Zusammenstöße mit IS-Terroristen vermeiden. 

    Der einzige Erfolg der USA im Irak ist die Ausbildung der kurdischen Kämpfer, die den Islamisten relativ erfolgreich Widerstand leisten.

    Im Nordosten Afrikas – von Marokko bis Tschad – steckten die USA 600 Millionen Dollar in die Bekämpfung der islamistischen Gefahr. In Mali galten die von den Amerikanern ausgebildeten Soldaten lange Zeit als vorbildlich. Aber 2012 kehrten malische Rebellen aus Libyen zurück und zerschlugen die Armee.

    Im Jemen wurden die Anti-Terror-Kräfte aufgelöst, nachdem die Hauptstadt Sanaa von Huthi-Rebellen erobert worden war.

    US-Soldaten
    US Air Force / Senior Airman Daniel Hughes
    Experten glauben jedoch nicht, dass Washington die Ausbildung fremder Armeen einstellen wird. Der Präsident des russischen Instituts für strategische Schätzungen, Alexander Konowalow, verwies darauf, dass es sich dabei „nicht nur um einen technischen Aspekt, sondern auch um Motivation dreht.“ „Es sind Menschen nötig, die in den Krieg ziehen und das auch gerne tun. Es ist unwahrscheinlich, dass es im Irak keine Motivation für den Wehrdienst gibt. Es ist eine Sache, alle Menschen, die eine Waffe in der Hand halten, zu rekrutieren. Eine andere Sache ist es aber, Kämpfer zu finden, die konkrete Aufgaben lösen können. Das gilt auch für andere Nahost-Länder, wo es bekanntlich große Konflikte gibt und wo niemand die dortigen Probleme lösen kann“, so der Politologe.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Anti-Terror-Kampf, Terrorismus, US-Verteidigungsministerium, Alexander Konowalow, Nuri al-Maliki, Karl Eikenberry, Barack Obama, Jemen, Irak, Afghanistan, USA