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    Die deutsche Regierung äußert sich erstmals seit dem Beginn der Flüchtlingskrise kritisch über die Einwanderer, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Montag.

    Bis zuletzt galt die Bundesrepublik als Vorbild der Toleranz gegenüber Flüchtlingen aus dem Nahen Osten. Die Behörden und Medien taten ihr Bestes, um die Bundesbürger davon zu überzeugen, dass die Einwanderer Hilfe brauchen. Diese Kampagne scheint jedoch verpufft zu sein.

    Sogar Innenminister Thomas de Maiziere zeigte sich überrascht, dass einige Flüchtlinge Geld fürs Taxi haben und sich über die Unterbringungsbedingungen beschweren.

    Die Deutschen sind offenbar derselben Meinung. Davon zeugen auch Meinungsumfragen: Am 28. September antworteten 47 Prozent mit “Nein” auf die Frage von Infratest-Soziologen, ob sie Angst vor zu vielen Einwanderern haben. Zum Vergleich: Am 7. September hatte diese Zahl bei 61 Prozent und am 21. September bei 54 Prozent gelegen.

    Auffällig sind auch die schrumpfenden Umfragewerte von Kanzlerin Angela Merkel, die sich für die Aufnahme von politischen Flüchtlingen aus Syrien stark gemacht hatte. Laut der jüngsten Studie von Infratest Dimap vom vergangenen Donnerstag unterstützen 54 Prozent der Bundesbürger ihre Kanzlerin. Im April waren es 75 Prozent gewesen.

    „Wir nähern uns in Deutschland mit rasanter Geschwindigkeit den Grenzen unserer Möglichkeiten“, sagte Vizekanzler Sigmar Gabriel, der wahrscheinlich Merkel bei der Bundestagswahl 2017 herausfordern wird, vor wenigen Tagen in einem Interview für das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Viele Orte in Deutschland sind bereits überfordert.“

    Die Migrationskrise beeinflusst unmittelbar den Alltag der Bundesbürger. In vielen Schulen wurden Sporthallen und Aulen sowie andere freie Räume bereits in Unterkünfte für Flüchtlinge umgewandelt.

    Die Politiker zeigen inzwischen offen ihre Unzufriedenheit mit dem Verhalten der Einwanderer und befürchten einen Aufschwung der Kriminalität. „Bis zum Sommer waren die Flüchtlinge dankbar, bei uns zu sein“, sagte de Maiziere gegenüber dem ZDF. „Jetzt gibt es schon viele Flüchtlinge, die glauben, sie können sich selbst irgendwohin zuweisen. (…) Sie streiken, weil ihnen die Unterkunft nicht gefällt, sie machen Ärger, weil ihnen das Essen nicht gefällt, sie prügeln sich in Asylbewerbereinrichtungen“, so der Innenminister.

    Vor wenigen Tagen kam es in Calden (Bundesland Hessen) zu einer Massenschlägerei unter 300 Einwanderern. Es gab sogar Verletzte.

    Seit Anfang 2015 sind mehr als 500.000 Flüchtlinge in Deutschland eingetroffen. Experten schätzen die Ausgaben der deutschen Steuerzahler für die Unterbringung der Migranten auf etwa elf Milliarden Euro.

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    Migranten, Thomas de Maiziere, Deutschland