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    Syrien: Zwei Anti-IS-Koalitionen streiten um Führungsrolle

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    Russland vs. Islamischer Staat (889)
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    Der russische Militäreinsatz in Syrien hat die USA und ihre Verbündeten dazu bewegt, ihren Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) zu verstärken, schreibt der „Kommersant“ am Dienstag.

    US-Präsident Barack Obama, der wegen seiner Passivität im Anti-IS-Kampf von den Republikanern und der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton Kritik einstecken musste, will eine Offensive auf die syrische Stadt Rakka – die Hauptstadt des „Islamischen Staates“ –  starten. Nachdem der Westen den russischen Vorschlag zur Bildung einer einheitlichen Front gegen die Islamisten ablehnte, beanspruchen zwei Koalitionen – jeweils mit Russland und den USA an der Spitze – die Führungsrolle im Kampf gegen den IS.

    Die erste Woche der russischen Luftangriffe auf IS-Stellungen zeigte, dass der Militäreinsatz bislang erfolgreich verläuft. Das russische Verteidigungsministerium meldete gestern, dass am Sonntag die Kampfjets Su-24-M, Su-25 und Su-34 neun Angriffe flogen. Laut dem Sprecher des Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow wurden dem Versorgungs- und Nachschubsystem der radikalen Islamisten ein erheblicher Schaden zugefügt.

    Die russischen Luftangriffe auf IS-Stellungen werden von der Weltgemeinschaft aufmerksam verfolgt. Obama steht wegen seiner Syrien-Strategie mit dem Rücken zur Wand. Hillary Clinton betonte in einem TV-Interview, in Syrien seien nun aktivere Schritte erforderlich.

    Laut Obama besteht die wichtigste Botschaft darin, dass der Kampf gegen IS fortgesetzt wird. Auch das Zusammenwirken mit der gemäßigten syrischen Opposition werde beibehalten. 

    Die „New York Times“ berichtete am Montag unter Berufung auf Quellen aus dem Weißen Haus über die neue US-Strategie im Anti-IS-Kampf in Syrien. Demnach soll demnächst eine Großoffensive auf die Stadt Rakka im Nordosten Syriens beginnen. Bei der Bodenoperation sollen 20.000 Kurden und rund 5000 Kämpfer der gemäßigten syrischen Opposition eingesetzt werden – mit Unterstützung der Luftwaffe der Koalition. Zudem will Obama den US-Luftwaffenstützpunkt in der Türkei aktiver nutzen. Nach Angaben der „New York Times“ will die Koalition im Nordosten Syriens gegen den IS vorgehen, während Russland seine Operation im Westen des Landes durchführt, wo sich nicht Terroristen, sondern die bewaffneten Oppositionellen der „Freien Syrischen Armee“ befänden.

    Auch Großbritannien, der engste Verbündete der USA in Europa, kündigte an, seinen Kampf gegen den IS zu intensivieren. Wie der britische Premier David Cameron betonte, müssten die Luftstreitkräfte seines Landes modernisiert werden.

    Laut den von „Kommersant“ befragten Experten beanspruchen die zwei Koalitionen unter Russland und den USA die Führungsrolle im Kampf gegen den IS. Es entstehe keine enge Kooperation zwischen Russland und dem Westen bei der Bekämpfung der IS-Terroristen. In dieser Situation sei es wichtig, dass die Seiten darauf aufpassen, sich in Syrien nicht ins Gehege zu kommen. Der Politologe Dmitrij Polikanow warnte davor, dass die US-Waffen für die Opposition den Terroristen in die Hände fallen könnten. Bis dato seien die russischen Luftangriffe effektiver als die früheren Anstrengungen der US-Verbündeten, so der Experte.

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    Terrormiliz Daesh, Anti-Terror-Kampf, Terrorismus, Su-34, Su-25, Su-24M, Freie Syrische Armee, Dmitri Polikanow, David Cameron, Hillary Clinton, Barack Obama, Igor Konaschenkow, Syrien, USA, Russland