05:08 01 Dezember 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Das einzige europäische Land, das seine Grenzen wegen des Flüchtlingsansturms aus dem Nahen Osten nicht schließen wird, ist Serbien, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Einer der Gründe für diesen Schritt ist die offensichtliche Ineffizienz aller Versuche, die Flüchtlingskrise mit Verbotsmaßnahmen zu lösen. Die EU-Spitze sucht fieberhaft nach neuen Wegen zur Lösung der Situation.

    Serbiens Botschafterin in Mazedonien, Dusanka Divjak-Tomic, gab überraschenderweise bekannt, dass die serbischen Grenzen, die jeden Tag von Tausenden Migranten passiert werden, nicht dichtgemacht werden. Andere Durchgangsländer schotten sich ab und setzen sogar Militäreinheiten zur Abwehr des Flüchtlingsstroms ein. „Die Zeit der geschlossenen Grenzen und des Stacheldrahtes ist seit langem vorbei“, sagte Divjak-Tomic. Zugleich betonte sie, dass die Flüchtlingskrise noch nicht ihren Höhepunkt erreicht habe. „Die EU muss aktiver an der Lösung des Problems teilnehmen und den Balkan-Ländern helfen.“

    Dass die Zahl der Migranten weiter steigen wird, zeigt nicht nur das Beispiel Serbien. Die Entwicklung der Migrationskrise in Europa zeigen die neuen Flüchtlingszahlen in Deutschland. Zu Beginn des Sommers wurde prognostiziert, dass Deutschland in diesem Jahr 800.000 Flüchtlinge aufnehmen muss, was fast um das Vierfache mehr als im vergangenen Jahr ist. Ende des Sommers wurden eine Millionen Flüchtlinge erwartet. Im Oktober tauchten wieder neue Zahlen auf. Jetzt wird in Deutschland mit 1,5 Millionen Migranten gerechnet. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung kostet die Versorgung von 800.000 Flüchtlingen den deutschen Steuerzahlern rund elf Milliarden Euro.

    Diese Zahlen wurden zum Teil vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble bestätigt. Er sagte am Sonntag in einem Interview, dass Deutschland aus wirtschaftlichen Gründen nicht so viele Flüchtlinge aufnehmen könne. Das Interview erschien kurz vor den Gesprächen zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der EU-Spitze.

    Die EU und die Türkei, wo sich 2,5 Millionen Flüchtlinge befinden, wollen ihre Maßnahmen enger koordinieren. Dennoch gibt es weiterhin Kontroversen bei der Vorgehensweise der EU und der Türkei. Laut der EU-Führung soll die Türkei der Endpunkt des Flüchtlingsandrangs aus den benachbarten Ländern sein. Für den Bau von Flüchtlingslagern sollen bis zu einer Milliarde Euro bereitgestellt werden. Laut den türkischen Behörden soll das Geld vor allem in die Einrichtung einer Pufferzone an der türkisch-syrischen Grenze fließen.

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    Migranten, EU, Divjak-Tomic, Wolfgang Schäuble, Serbien