06:56 20 Oktober 2018
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    IS nimmt Zentralasien und Russland ins Visier

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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Russische Militärs warnen vor einer Zuspitzung der Lage in Afghanistan angesichts der wachsenden Aktivitäten der Taliban und Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS), schreibt die „Kommersant“ am Freitag.

    Nach Angaben des Verteidigungsministeriums betrachten IS-Extremisten Afghanistan als Aufmarschgebiet für ihre Expansion in Zentralasien und nach Russland. Wie aus dem russischen Außenministerium verlautete, werden in IS-Camps Extremisten aus Zentralasien und Russland ausgebildet.

    In Moskau fand am Donnerstag eine Internationale Konferenz zu Afghanistan statt, die vom Verteidigungsministerium organisiert wurde. Der Generalstabschef Waleri Gerassimow betonte, dass internationale Institutionen bei der Lösung der zunehmenden bewaffneten Konflikte weltweit an Bedeutung verlieren. „Neben der Krise in der Nahost-Region, wo ein bedeutender Teil der Gebiete Syriens und Iraks unter der Kontrolle der Terrororganisation ‚Islamischer Staat‘ stehen und die Anstrengungen der internationalen Antiterrororganisation mit den USA an der Spitze keine Ergebnisse bringen, löst auch die Situation um Afghanistan große Besorgnisse aus“, so Gerassimow.

    Laut Gerassimow bremsen die wachsenden Terroraktivitäten die Entwicklung Afghanistans. Der zunehmende Drogen-, Waffen- und Extremisten-Zustrom bedrohe die Nachbarländer und vor allem die Länder Zentralasiens. „Man muss gemeinsam nach Maßnahmen suchen, deren Umsetzung die Wiederherstellung des Friedens und Ruhe in diesem Land ermöglichen und die Ausweitung der regionalen Instabilität auf benachbarte Gebiete verhindert“, so der Generalstabschef.

    Gerassimow zufolge stieg die Zahl der Extremisten in Afghanistan auf 50.000 Menschen, die in mehr als 4000 Einheiten und Gruppen organisiert sind. Ihre Grundlage bildet die islamische Taliban-Bewegung mit 40.000 Extremisten.

    Dabei betonte er, dass der aktive Kampf der Extremisten gegen die Regierungstruppen Kabul daran hindert, die politische und sozial-wirtschaftliche Lage im Land zu stabilisieren. Zudem führe er zu unnötigen Todesopfern und zur Massenflucht in benachbarte Länder und nach Europa.

    Laut Generaloberst Igor Sergun, Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, betrachten die IS-Extremisten das Territorium Afghanistans als Stützpunkt zur Ausdehnung ihres Einflusses auf zentralasiatische GUS-Staaten. Das könnte in der Zukunft eine reale Bedrohung für die Sicherheit Russlands darstellen, so Sergun.

    Laut dem Afghanistan-Beauftragten des Präsidenten, Samir Kabulow, bildet der „Islamische Staat“ Kämpfer aus Zentralasien und Russland in Camps aus.

    US-Außenminister John Kerry warnte zuvor, dass Russland zu einer direkten Zielscheibe für die radikalen Islamisten werden kann.

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    Terrormiliz Daesh, Terrorismus, Taliban, John Kerry, Igor Sergun, Valeri Gerassimow, Afghanistan, Zentralasien, Russland