17:57 26 September 2020
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    Russland vs. Islamischer Staat (888)
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    Am Dienstag hatte das türkische Außenministerium den russischen Botschafter Andrej Karlow einbestellt. Die türkische Regierung glaubt, dass Russland nicht nur den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, sondern auch die Kurden mit Waffen im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) unterstützt, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Nach Angaben des türkischen Außenamts wurde auch der US-Botschafter in Ankara, John Bass, einbestellt. Die Türkei wirft Moskau und Washington vor, die Partei der Demokratischen Union, die als syrischer Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK angesehen wird, militärisch zu unterstützen.

    Der Verdacht, dass die USA die syrischen Kurden bewaffnen, ist nicht ganz unbegründet. In der vergangenen Woche soll Washington den Versuch unternommen haben, die gegen al-Assad und den „Islamischen Staat“ kämpfenden syrischen Oppositionsgruppierungen zu einem Bündnis zu bewegen. Zudem wurde die Allianz „Demokratische Kräfte Syriens“ gebildet, der kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG) angehören. Laut westlichen Medienberichten setzen die USA auf die Volksverteidigungseinheiten bei der geplanten Offensive gegen die IS-Hochburg Rakka.

    Die Bitten der Assad-Gegner um Waffenlieferungen stoßen bei den USA auf Skepsis — aus Furcht, dass sie in die Hände der IS-Terroristen fallen könnten. Am Montag teilte Oberst Patrick Ryder, Sprecher des US-Zentralkommandos für den Nahen Osten (Centcom) mit, dass US-Transportflugzeuge rund 50 Tonnen Munition für die syrische Opposition abgeworfen haben. Dies scheint die Türkei auf den Plan gerufen und zu der Annahme geführt zu haben, dass die USA kurdische Gruppierungen bewaffnen. Es gibt keine Beweise, dass Russland dasselbe tut.

    Laut der Türkei-Expertin Natalia Ultschenko sind russische Waffenlieferungen an kurdische Gruppierungen in Syrien kaum wahrscheinlich. Moskaus neutrale Haltung zum Kurden-Problem sei bekannt. Zudem wäre es merkwürdig, wenn Russland neben dem Assad-Regime, das für ein einheitliches Syrien eintrete, kurdische Gruppierungen unterstützen würde, so Ultschenko.

    Ankara sei verärgert gegenüber Russland und habe Moskaus Botschafter einbestellt, um ihn das wissen zu lassen. Der Türkei missfalle Moskaus Einmischung in die Syrien-Krise an der Seite Assads. Mittlerweile kristallisieren sich die unterschiedlichen Positionen zur Syrien-Krise deutlicher heraus, wie die Expertin ergänzte.

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    Terrormiliz Daesh, Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Natalia Ultschenko, Patrick Ryder, Rakka, Türkei, USA, Russland