21:16 18 Dezember 2017
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    US-Präsident Barack Obama

    Obama ändert Abzugspläne: US-Armee bleibt am Hindukusch

    © REUTERS/ Jonathan Ernst
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    Der Abzug der US-Truppen aus Afghanistan erfolgt langsamer als geplant. US-Präsident Barack Obama behält auch nach 2016 noch Tausende Soldaten am Hindukusch, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Obama zufolge wird die aktuelle Truppenstärke von 9.800 US-Soldaten auch im nächsten Jahr bleiben, ab 2017 wird die Präsenz auf 5.500 reduziert. Die Ziele der US-Mission seien die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte und der Kampf gegen den internationalen Terrorismus, so Obama.

    Wie der US-Staatschef am Donnerstag betonte, hängt die Verlängerung des Militäreinsatzes in Afghanistan mit der Sicherheitslage im Landezusammen. Die größten Zweifel der US-Behörden bestehen darin, ob die afghanischen Truppen die Lage in der Region selbstständig kontrollieren und den Taliban Widerstand leisten können, erklärte Obama. Die afghanische Armee erlitt vor kurzem eine Niederlage in Kundus. Die afghanischen Sicherheitskräfte seien „noch nicht so stark, wie sie sein müssen“, sagte Obama.

    Am 29. September eroberten Taliban-Kämpfer die nordafghanische Stadt Kundus. Der Einmarsch in die Provinzstadt war der erste große Sieg der Taliban seit 14 Jahren. Die afghanische Armee konnte die Stadt zwar zurückerobern. Bei der Offensive allerdings traf ein US-Luftschlag das Krankenhaus der internationalen Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. 22 Zivilisten kamen ums Leben – zwölf Ärzte und zehn Patienten.
    Wie es in der US-Präsidialverwaltung hieß, wurde der Beschluss über die Verlängerung des Militäreinsatzes am Hindukusch nach einer mehrmonatigen Beobachtung der Lage im Lande sowie nach Konsultationen mit Sicherheitsspezialisten und afghanischen Partnern getroffen.

    Afghanistans Präsident Aschraf Ghani Ahmadsai und Premierminister Abdullah Abdullah trafen sich am Dienstag mit US-Präsident Barack Obama.

    Laut dem neuen Beschluss des US-Präsidenten sollen ab 2017 noch 5.500 US-Soldaten in Afghanistan dienen. Stationiert werden die Truppen in Bagram, Dschalalabad und Kandahar. Die drei Stützpunkte sind von strategischer Bedeutung für die Durchführung der Antiterroroperationen. Hier sind unter anderem auch Drohnen stationiert, die von US-Militärs und dem CIA eingesetzt werden.

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    Tags:
    Armee, Kommersant, Barack Obama, Hindukusch, Afghanistan
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