17:38 16 Dezember 2017
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    Gaspipeline – Erstes Großprojekt Russlands in Pakistan seit Jahrzehnten

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    Russland und Pakistan haben ein Abkommen zum Bau einer Gaspipeline von Karachi im Arabischen Meer nach Lahore im Norden des Landes im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Die Gasleitung, die vom staatlichen Unternehmen Rostec errichtet wird, könnte das erste großangelegte russische Projekt in Pakistan seit 40 Jahren werden.

    Rostec will für die Pipeline russische Ausrüstungen nutzen. Für Pakistan ist die Pipeline wegen des Energiemangels zwar von großer Bedeutung, Islamabad entwickelt aber auch alternative Projekte, vor allem mit China.

    Der russische Energieminister Alexander Nowak und sein pakistanischer Kollege Schachid Hakan Abbasi unterzeichneten am Freitag in Islamabad ein Abkommen über den Bau der sogenannten Nord-Süd-Gaspipeline.

    Die Gasleitung wird von der Rostec-Tochter RT Global Ressources gebaut. Sie soll das Terminal zur Aufnahme von Flüssiggas in Karachi mit Lahore verbinden. Als Partner tritt das pakistanische Gasunternehmen ISGS auf.

    Die 1.100 Kilometer lange Gaspipeline mit einer Jahreskapazität von 12,4 Milliarden Kubikmetern soll im zweiten Quartal 2019 in Betrieb genommen werden. Die geplante Kapazität soll nach der Installation aller Kompressionsstationen im zweiten Quartal 2020 erreicht werden.

    Das Projekt wird nach dem Transfer-Schema „Build — Own — Operate“ umgesetzt. Die Pipeline wird 25 Jahre lang der Projektgesellschaft gehören und von ihr betrieben. In dieser Zeit sollen sich die Investitionen rentieren. Danach übernimmt Pakistan die Pipeline.

    „Zurzeit herrscht in den dicht besiedelten Regionen Pakistans – im Zentrum und im Norden – ein großer Mangel an Energieressourcen. Das bremst das Wirtschaftswachstum. Der Bau der Pipeline ist ein wichtiger Schritt bei der Lösung dieses Problems und wird die Grundlage zur Entwicklung der Kooperation mit unseren russischen Partnern bilden“, so Schachid Hakan Abbasi.

    Mit der Lösung des Energiemangel-Problems Pakistans beschäftigt sich China aktiv, das in den letzten Jahren die Rolle des größten Wirtschaftspartners Islamabads beansprucht. Im April 2015 wurde zwischen China und Pakistan ein Abkommen im Wert von 46 Milliarden US-Dollar zur Schaffung eines 3.300 Kilometer langen Wirtschaftskorridors unterzeichnet, in dessen Rahmen ein großangelegter Straßen- und Pipeline-Bau geplant ist.

    Tags:
    Gaspipeline, Rostec, Hakan Abbasi, Alexander Nowak, Pakistan, Russland
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