20:54 21 November 2019
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    Syrische Armee in der Großoffensive

    Syrien-Krieg: Westen bildet diplomatische Front gegen Russland

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    Die USA sind der Überzeugung, dass Russlands Ziel in Syrien nicht der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, sondern gegen die Assad-Gegner ist, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Die Offensive der syrischen Regierungstruppen auf die strategisch wichtige Stadt Aleppo verwandelt sich in einen internationalen Militäreinsatz, an dem sich westlichen Quellen zufolge iranische Einheiten und die libanesische Hisbollah beteiligen. Moskau und Damaskus melden militärische Erfolge, die aber nicht als ein politischer Sieg betrachtet werden können.

    Als Antwort auf die zweite in Syrien eröffnete Front gegen die Assad-Gegner bilden die USA mit ihren Verbündeten eine neue diplomatische Front gegen Russland. Der Westen und einige arabische Länder halten Moskau vor, nicht gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), sondern gegen die gemäßigte syrische Opposition zu kämpfen.

    Der Gefechte in Syrien gewinnen an Schärfe. Drei Wochen nach dem Beginn der russischen Luftangriffe auf IS-Stellungen sollen sich neuerdings auch Einheiten des iranischen Militärs und der libanesischen schiitischen Hisbollah-Bewegung an den Kämpfen beteiligen.

    Nach Angaben von amerikanischen und israelischen Offiziellen sollen iranische Soldaten nach Syrien geschickt worden sein, was Damaskus und Teheran jedoch dementieren. Der syrische Informationsminister Umran Ahid al-Zabi erklärte, in Syrien befänden sich nur Militärberater aus dem Iran. Der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik, Alaeddin Borudscherdi, erinnerte daran, dass der Iran seine Truppen nur auf Bitte der syrischen Regierung nach Syrien entsenden würde.

    Nach amerikanischen und israelischen Angaben sollen iranische Spezialeinheiten zu einem Flugplatz nahe Damaskus gebracht worden sein. Zusammen mit den syrischen Regierungstruppen sollen die Spezialkräfte in den nächsten Tagen bei der Befreiung der Provinz Aleppo eingesetzt werden.

    Die syrische Regierung macht keinen Hehl daraus, große Hoffnungen auf Russland und den Iran zu setzen. Präsident Baschar al-Assad sagte, Syrien schätze alle Bemühungen der Partner, die die Schlagkraft Syriens gegen den Terror stärken. Auf einer Pressekonferenz mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye teilte US-Präsident Barack Obama mit, dass das Vorgehen Russlands und des Irans in Syrien scheitern und nicht funktionieren werde. Dem US-Staatschef zufolge sind die Handlungen der beiden Länder darauf gerichtet, das Regime zu unterstützen, das die Mehrheit der Syrer für illegitim halte. Die USA ihrerseits würde die Beziehungen mit der gemäßigten Opposition ausbauen.

    Obama will mit den westlichen, nahöstlichen und asiatischen Verbündeten eine diplomatische Front gegen Russland in Syrien errichten. Washington zweifelt die Berichte aus Moskau an, dass Luftangriffe gegen IS-Terroristen geflogen würden.

    Obama und der Erbprinz der Vereinigten Arabischen Emirate, Muhammad bin Zayid Al Nahyan, sind bei einem Telefonat zu dem Schluss gekommen, dass sich Russland auf den Kampf gegen den Islamischen Staat und nicht gegen die gemäßigte Opposition konzentrieren sollte.

    Eine diplomatische Quelle erklärte in einem „Telegraph“-Interview die Haltung der USA und ihrer Verbündeten: Die von Russland unterstützte Offensive gegen die gemäßigte Opposition, bei der die Oppositionellen an Stärke verlieren, errege Besorgnis. Der Islamische Staat erhalte dadurch die Gelegenheit, seine eroberten Gebiete auszuweiten. Die syrische Opposition kämpfe nicht nur gegen Assad, sondern auch gegen die IS-Terroristen, so die Quelle.

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    Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Barack Obama, Alaeddin Borudscherdi, USA, Russland, Iran, Aleppo, Syrien