19:18 27 November 2020
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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Am Sonntag hat die türkische Polizei rund 50 Verdächtige festgenommen, die hinter den blutigen Terroranschlägen in Ankara am 10.Oktober stehen könnten.

    Die türkischen Medien veröffentlichen die Namen der Verdächtigen, zu den einer der Brüder des Terroristen gehörte, der im Sommer einen Terroranschlag im südöstlichen Teil des Landes verübt hatte, schreibt die „Nowyje Iswestija“ am Montag.

    Die türkische Regierung will die Verantwortlichen für die Anschläge in Ankara mit 102 Toten finden. Dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu zufolge wollen die IS-Kämpfer Vergeltung an seinem Land üben, weil es der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition einen Militärstützpunkt zur Verfügung gestellt hat.

    Die türkische Nachrichtenagentur Dogan meldete, die Polizei habe mehrere Wohnungen in Pendik, im asiatischen Teil von Istanbul, durchsucht, in denen Kontaktleute und Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat untergetaucht waren. Etwa 50 Verdächtige wurden festgenommen.

    Türkische Medien berichten, dass es sich bei dem Selbstmordattentäter in Ankara um Yunus Emre Alagöz handeln könnte. Yunus Alagöz soll der Bruder des Terroristen Abdurahman Alagöz sein, der am 20. Juli, vor der Parlamentswahl, einen Terroranschlag mit 34 Toten verübt hatte. Der zweite Verdächtige heißt Omer Denis Dundar, der in Syrien an der Seite der Dschihadisten gekämpft hatte.

    Bei der Pressekonferenz im türkischen Parlament erklärten Abgeordnete der oppositionellen Republikanischen Volkspartei, Alagöz solle vor dem Attentat mit einem seiner Brüder telefoniert haben, um sich zu verabschieden. Im Mai wollte die Polizei Yunus Alagöz mit weiteren 18 Verdächtigen festnehmen, damals wurden sie jedoch entlastet. Die Polizei stützt sich auf Informationen mehrerer türkischer Familien, ihre Söhne hätten sich dem Islamischen Staat angeschlossen. Darunter war auch Omer Denis Dundar.

    Davutoglu gab bekannt, vor den Attentaten sei eine Liste von potenziellen Selbstmordattentätern vorgelegt worden, die wegen fehlender Beweise jedoch nicht festgenommen werden konnten.

    Die Anschläge in Ankara haben die Lage vor den Neuwahlen am 1. November zugespitzt. Die Opposition wirft Präsident Erdogan vor, nur Wahlkampf zu betreiben und die Sicherheit in der Türkei nicht mehr zu gewährleisten.

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    Terrormiliz Daesh, Terroranschlag, Recep Tayyip Erdogan, Ahmet Davutoglu, Ankara, Türkei