13:05 27 Januar 2020
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    Die Deutsche Bank will ihr Top-Management austauschen, unrentable Beteiligungen verkaufen und ihr Geschäft umstrukturieren, schreibt die „RBC Daily“ am Dienstag.

    Am 18. Oktober hatte die Deutsche Bank einen personellen Umbau  im Top-Management und eine Reform der Konzernstruktur angekündigt. Top-Manager der größten Bank Deutschlands sollen entlassen werden. Der deutschen Zeitschrift „Focus“ zufolge könnten 10.000 der 98.000 Beschäftigten ihren Job verlieren. Die Reform solle dazu beitragen, den Bedürfnissen der Kunden zu entsprechen. Alle Details der „Strategie 2020“ werden vom seit Juli amtierenden Co-Chef der Deutschen Bank, John Cyran, am 29. Oktober präsentiert. Nach „Focus“-Angaben soll dabei der Verkauf der Tochter Postbank bekannt gegeben werden. Die Deutsche Bank hält einen Anteil von 94,1 Prozent an der Postbank.

    Laut „Financial Times“ zwangen die Geldwäsche-Skandale im April die Deutsche Bank zu einem radikalen Konzernumbau. Neben dem Misstrauen der Kunden schrieb die Bank im dritten Quartal Verluste in Höhe von 6,2 Milliarden US-Dollar.

    Bei internen Ermittlungen im Mai wurde das Top-Management der Geldwäscherei verdächtigt. Das „Manager Magazin“ berichtete unter Berufung von Quellen von Hunderten Millionen Euro bei Transaktionen. Im Juni waren es schon sechs Milliarden US-Dollar. Nach „Bloomberg“-Informationen waren die Ermittlungen bereits 2014 auf Antrag der russischen Zentralbank eingeleitet worden. Ein Vertreter der Deutschen Bank teilte kurze Zeit später mit, dass die Ermittlungen nicht mit Machenschaften in Russland in Verbindung stünden.

    Die US-Ermittler beendeten ihre Ermittlungen im Juli: Sie baten um die Übergabe von Informationen über Kunden in Moskau und deren Geschäftskorrespondenz. Die Amerikaner wollten herausfinden, ob russische Kunden die westlichen Sanktionen mit Hilfe der Deutschen Bank umgehen. Mitte Oktober berichtete Bloomberg, dass russische Kunden der Deutschen Bank in die Geldwäsche verwickelt sein könnten, darunter die Großunternehmer Arkadi und Boris Rotenberg.

    Der Brite John Cryan steht seit Juli 2015 an der Spitze der Deutschen Bank. Es gibt Gerüchte, dass er als Chef der Investitionsabteilung in die LIBOR-Affäre verwickelt sein könnte. Der zweite Co-Chef, Jürgen Fitschen, soll im Frühjahr 2016 die Bank verlassen.

    Cryan hatte bereits die Schweizer UBS aus der Krise geholt und unter die 29 wichtigsten Banken der Welt gebracht. Der Brite plant die Entlassung von 10.000 Mitarbeitern. Experten äußern Zweifel an der geplanten Neuaufstellung der Investitionsabteilung und der Neuaufteilung des Geschäfts in Großkunden, Geschäftsinvestoren und Privatkunden.

    Bei den Anlegern kommen die Reformen gut an. An der Frankfurter Börse legten die Wertpapiere der Deutschen Bank um 3,7 Prozent zu.

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    Tags:
    UBS, Deutsche Bank, Jürgen Fitschen, Frankfurt am Main