00:14 19 Oktober 2018
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    Die Nato-Übung „Trident Juncture 2015“

    Großmanöver: Nato spielt Ukraine-Konflikt durch

    © Flickr/ Allied Joint Force Command Brunssum
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    Kommersant
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    Die Nato-Übung „Trident Juncture 2015“ – die größte in den letzten 13 Jahren – geht in die finale Phase. Bis zum 6. November üben die Nato-Mitgliedsländer und ihre Verbündeten die Abwehr einer Offensive auf ein kleineres Nachbarland, schreibt die russische Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Nach Nato-Angaben handelt es sich bei dem „Aggressor“ bei der Übung nicht um Russland. Wegen der Ukraine-Krise gewinne das Manöver jedoch an Aktualität. Die Ukraine, die an der Übung beteiligt ist, erinnert an ihre strategische Militärkonzeption, in der Russland als „potentieller Gegner“ eingestuft wird. Der russische Generalstab glaubt nicht, dass die Nato-Übung nicht gegen Russland gerichtet ist.

    Dem „Trident Juncture 2015“-Plan zufolge geraten die Nato-Mitgliedsländer in einen Konflikt in der fiktiven Region Cerasia, wo ein Land seinen kleineren Nachbar angreift und mit einem Vormarsch droht. Der anfängliche Konflikt um Bodenschätze entwickelt sich zu einer ethnischen und religiösen Auseinandersetzung. Zudem wird die Sicherheit in der Region durch die Aktivierung von Terroristen und viele Cyberangriffe bedroht.

    Ein Großmanöver wie „Trident Juncture 2015“, das wegen der Spannungen zwischen Russland und dem Westen besonders aktuell ist, hat die Nato seit 2002 nicht mehr abgehalten. Wie es in der Allianz heißt, wurde der Beschluss, die Nato-Übung vorzubereiten, bereits 2013 gefasst – noch vor den Krim-Ereignissen.

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    Der stellvertretende Nato-Generalsekretär Alexander Vershbow widersprach der Annahme, dass Russland als „fiktiver Gegner“ gemeint ist. Aber die geopolitische Lage sei instabil, wegen der Angliederung der Krim, der russischen Unterstützung für die Bürgerwehr in der Ostukraine und der terroristischen Bedrohung von Syrien bis Libyen.

    In der ersten Phase vom 3. bis 16. Oktober simulierten die Nato-Soldaten in Kanada, Norwegen, Deutschland, Belgien und den Niederlanden unterschiedliche Situationen, darunter die Bekämpfung von Cyberangriffen und Propaganda. Bei der heute beginnenden zweiten Etappe werden bis zum 6. November in Italien, Spanien, Portugal und im westlichen Teil des Mittelmeeres Feldmanöver abgehalten. Bei diesen Übungen werden 36.000 Soldaten, über 140 Flugzeuge und 60 Schiffe eingesetzt.

    NATO-Militärmanöver (Archivfoto)
    © AFP 2018 / Nikolay Doychinov

    Zu den Teilnehmern gehören die Nato-Mitgliedstaaten und Verbündete wie Australien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Finnland, Schweden und die Ukraine. Wie es aus Militärkreisen in Kiew heißt, beteiligt sich die Ukraine mit Transportflugzeugen Il-76 und An-124 „Ruslan“ an den Übungen. Die Ukraine übe die Kooperation mit den Nato-Truppen im Widerstand gegen Russland. In der strategischen Sicherheitskonzeption der Ukraine werde Russland als „potentieller Gegner“ bezeichnet.

    Laut dem Militärexperten Igor Lewtschenko erhöht das westliche Militärbündnis die Zahl der Übungen, die im Grunde gegen Russland und Hybrid-Kriege gerichtet seien. Die Nato-Mitgliedstaaten spielten bei Manövern die Ukraine-Krise durch, so der Experte.

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    Philip Breedlove, der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, nannte „Trident Juncture 2015“ ein Signal an potentielle Aggressoren.

    Wie es aus dem Verteidigungsministerium in Moskau heißt, beobachtet Russland die Übungen. Franz Klinzewitsch vom Verteidigungsausschuss in der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), beteuerte, dass Russland niemanden angreifen werde. Im Falle eines Angriffs sei Russland bereit zu einem Gegenschlag. Die Amerikaner und ihre Nato-Verbündeten würden ein Theaterstück aufführen, um die Lage durch die Diskreditierung Russlands zu verschärfen, so der russische Abgeordnete.

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    Tags:
    Übungen, Trident Juncture 2015, NATO, Russland, Ukraine