06:04 16 Dezember 2019
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    Der US-Zerstörer Ross (DDG 71)

    Nach russischen Raketenschlägen gegen IS: USA testen Abfangrakete

    © AFP 2019 / US Navy photo
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    Die USA und ihre Nato-Verbündeten haben am Mittwoch den ersten praktischen Test eines seegestützten Elements der europäischen Raketenabwehr durchgeführt, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Eine Abfangrakete des Typs SM-3 Block IA, die vom Zerstörer „Ross“ abgefeuert wurde, hat im Weltraum eine von einem Übungsgelände auf einer der Hebriden-Inseln gestartete ballistische Rakete getroffen.

    Die Amerikaner beteuerten, wie gewöhnlich, dieser Test sei „nicht gegen Russland gerichtet“ gewesen, sondern verfolge das Ziel, „die europäischen Länder und die US-Stützpunkte in Europa vor iranischen Marschflugkörpern zu schützen“.

    Diese Ausrede ist allerdings genauso alt wie Washingtons Idee zur Errichtung einer Raketenabwehr in der Alten Welt. „Man muss ja nur auf die Weltkarte schauen, um zu verstehen, dass die Aufstellung von Raketen in Polen strategisch nur ein Ziel verfolgt: das Atomraketenpotenzial Russlands zu beeinträchtigen“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses in der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Alexej Puschkow.

    Auffallend ist allerdings, dass dieser Raketentest kurz nach dem Start der russischen Flügelraketen durch die Kaspische Flottille gegen IS-Stellungen in Syrien erfolgte. Bis zuletzt waren die Möglichkeiten des russischen Raketenkomplexes Kalibr-NK geheim gehalten worden – es war beispielsweise unbekannt, dass eine Rakete des Typs 3M-14 Ziele aus einer Entfernung von mehreren Tausenden Kilometern sehr präzise treffen kann.

    Mehr zum Thema: Russland demonstriert in Syrien neues Potenzial seiner Waffen

    Für die Nato dürfte das eine unangenehme Überraschung gewesen sein. In dieser Situation musste die Allianz, vor allem Washington, etwas tun, um ihr militärisches Image aufrechtzuerhalten, zum Beispiel die ohnehin gut erprobte Rakete des Typs SM-3 Block IA abermals testen.

    Der US-Zerstörer Ross (DDG 71)
    © Flickr / U.S. Navy/Robert S. Price

    Dass dies eine Art Warnung an Moskau war, beweist auch der Umstand, dass gleichzeitig mit der SM-3-Rakete vom Zerstörter „Sullivans“ mehrere lenkbare Luftabwehrraketen SM-2 abgefeuert wurden, die angeblich Flügelraketen erfolgreich abgefangen haben. Das gab westlichen Medien den Anlass, zu behaupten, dass Washington eine angemessene „Anti-Raketen-Antwort an Mr. Putin“ hat.

    Ob das SM-2-Modell wirklich tauglich gegen die russische 3M-14 ist, steht allerdings in Frage, solange die Amerikaner ihre eigenen Marschflugkörper abschießen. Damit ein solches Experiment gelingt, müssten sie einen ähnlichen Raketenkomplex wie den russischen Kalibr-NK entwickeln.

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