22:56 24 November 2017
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    Katar zur Intervention in Syrien bereit – Droht das mit Drittem Weltkrieg?

    © AFP 2017/ Karim Jaafar
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die Angriffe der syrischen Regierungsarmee auf die Islamisten stoßen auf Verärgerung bei einigen Staaten, die den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Feind sehen. Katars Außenminister Chalid al-Attija schloss eine militärische Intervention seines Landes in Syrien nicht aus, schreibt die “Nesawissimaja Gaseta” am Freitag.

    Die Aussage des katarischen Außenministers wirkt populistisch, da Katar zwar ein reicher, aber kleiner Staat ist. Katar unterstützt jedoch finanziell, politisch und militärisch die sunnitische Opposition im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Assad. Medien befürchten, dass die Erklärung Katars den Weg zu einem Dritten Weltkrieg bahnen könnte. Auch Saudi-Arabien und die Türkei hatten in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, sich in den Krieg gegen die syrische Führung einmischen zu wollen.

    Mitte Oktober warnte der saudi-arabische Verteidigungsminister Mohammed ibn Salman bei seinem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor „gefährlichen Folgen“ einer militärischen Intervention an Assads Seite im Syrien-Konflikt. Bis dato waren das nur Worte, denen nun anscheinend auch Taten folgen könnten. Katar wurde mehrmals vorgeworfen, islamistische Terrorgruppen wie den „Islamischer Staat“, „Dschabhat an-Nusra“, die Taliban, Al-Qaida und die “Muslimbruderschaft” zu unterstützen. Gerade gegen diese Terrormilizen fliegt Russland derzeit Angriffe.

    Mehr zum Thema: Russland vs. Islamischer Staat

    In Syrien überschneiden sich die geopolitischen Interessen verschiedener Länder im Nahen Osten. Die militärischen Erfolge der syrischen Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe zeugen davon, dass Russland seine Interessen dort effektiv verteidigt.

    „Für Russland ist es jetzt sehr wichtig, über diplomatische Kanäle zu versuchen, die Länder, die den IS und andere Terrorgruppen unterstützen, von dieser Hilfe abzubringen. Deshalb muss jede Initiative zur Erörterung der Probleme, die mit der Syrien-Krise verbunden sind, unterstützt werden. Diese Probleme werden heute die Vertreter der Außeministerien Russlands, der USA, Saudi-Arabiens und der Türkei in Wien besprechen. Allerdings ist kaum zu erwarten, dass Erfolge im vollen Umfang erzielt werden können“, sagte der russische Militärexperte Jurij Netkatschew. Er rechnet nicht mit dem Ausbruch eines Dritten Weltkriegs. „Saudi-Arabien und die Türkei werden nicht wagen, in Syrien direkt zu intervenieren“, so der Experte weiter. Jedoch werden sie auch weiterhin die Oppositionsgruppen mit Waffen versorgen und finanziell unterstützen“.

    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Katar, Syrien