17:18 15 August 2020
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    Nach „Financial Times“-Informationen weiten die US-Finanzbehörden ihre Ermittlungen gegen das Moskauer Büro der Deutschen Bank aus, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Es geht um Transaktionen, bei denen russische Kunden ihr Geld in Umgehung der westlichen Sanktionen ins Ausland gebracht haben sollen. Ins Visier der US-Behörden sollen auch Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin (wie etwa Arkadi und Roman Rotenberg) geraten sein.

    Angeblich soll über die Deutsche Bank mittels Aktienhandel Geld im Gesamtwert von sechs Milliarden US-Dollar gewaschen worden sein. Wie das deutsche „Manager Magazin“ berichtete, soll die Deutsche Bank russischen Kunden bei Wertpapiergeschäften zwischen Moskau und London geholfen haben. Nach „Manager Magazin“-Angaben war die Herkunft des Geldes nicht geprüft worden. Im Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt am Main sind interne Untersuchungen aufgenommen worden.

    Deutsche Bank
    © REUTERS / Ralph Orlowski

    Am 30. Juli berichteten internationale Medien, dass die Deutsche Bank mit deutschen, britischen und amerikanischen Aufsichtsbehörden innere Ermittlungen aufgenommen habe. Die Deutsche Bank hatte zudem Untersuchungen auf Empfehlung der russischen Zentralbank eingeleitet. Nach „Bloomberg“-Angaben handelt es sich dabei um Geschäfte im Gesamtwert von sechs Milliarden US-Dollar, die bereits seit 2011 im Gange seien. Die Deutsche Bank nahm keine Stellung zu den Einzelheiten der Untersuchungen.

    Wie Bloomberg außerdem berichtete, sollen Vertraute Putins (wie Arkadi und Roman Rotenberg) in den Skandal verwickelt sein. Die Presseabteilung der Rotenberg-Brüder wies Berichte zurück, in die Geldwäsche-Affäre verwickelt zu sein.

    Möglicherweise wollen die US-Behörden mit diesen Ermittlungen Deutschland unter Druck setzen – milliardenschwere Geldstrafen könnten das Image und die Wirtschaft Deutschlands beschädigen. Die Deutsche Bank gilt als Aushängeschild der deutschen Finanzwirtschaft.

    Das US-Justizministerium hatte der französischen Bank BNP Paribas einst mit einer Strafe in Höhe von neun Milliarden US-Dollar gedroht. Die USA wollten anscheinend zeigen, wer der „Chef“ in Europa ist. Jetzt sollen die Deutschen offenbar vor die Wahl gestellt werden: entweder mit Moskau kooperieren oder sich dem US-Diktat unterwerfen.

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    Tags:
    Deutsche Bank, Wladimir Putin, Russland, Deutschland, USA, Frankfurt am Main