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08:10 17 Oktober 2019
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    Regierungskritische Proteste in Podgorica, Montenegro

    Proteste in Montenegro: Regierungschef kämpft mit Russland-Bashing um Machterhalt

    © REUTERS / Stevo Vasiljevic
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    In der vergangenen Woche musste die Polizei in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica Tränengas gegen Protestierende einsetzen. Ministerpräsident Milo Ðukanović warf Russland und serbischen Nationalisten vor, die Kundgebungen organisiert zu haben, schreibt die “Moskowski Komsomolez”.

    Der montenegrinische Regierungschef Milo Ðukanović hat sich die EU-und NATO-Integration seines Landes auf die Fahnen geschrieben.

    Dem russischen Slawisten Pjotr Iskenderow zufolge ist Montenegros Regierungschef für seine Anti-Russland-Haltung bekannt. Unter anderem habe sich Ðukanović den westlichen Russland-Sanktionen angeschlossen. Noch hinderte er russische Kriegsschiffe bei der Anlegung in den Häfen Bar und Kotor, obwohl ihnen das Recht darauf im Sinne von entsprechenden Abkommen vorbehalten sei, und warf Moskau sogar Pläne zur Einrichtung von Militärstützpunkten in Montenegro vor.

    Die Lage in dem Balkan-Land ist schwierig: Es gibt Gegner und Anhänger der Nato. Viele Montenegriner plädieren für eine Multivektorenpolitik ihres Landes. 35 bis 40 Prozent der Bevölkerung in Montenegro sind Serben, die sich gegen eine NATO-Integration aussprechen. Ðukanovićs Sanktionspolitik verschlechtert die soziale und wirtschaftliche Lage im Land: Früher hatte Russland viel Geld in das Land investiert.

    Die Anhänger des anderen Kurses, Rentner und Jugendliche, protestieren gegen die Regierung. Ðukanović ist ein Langzeit-Machthaber, dessen Politik auf die NATO-Integration ausgerichtet ist. Der Ministerpräsident versucht, Russland zu diskreditieren: NATO-Gegner werden automatisch zu Russland-Freunden abgestempelt.

    Die montenegrinische Regierung wirft nicht nur Moskau, sondern auch Belgrad vor, die Proteste organisiert zu haben. Jetzt kämpft Ðukanović um sein politisches Überleben: Westliche Medien beschuldigen ihn der Korruption und des Zigarettenschmuggels. 

    Das Vabanquespiel des Regierungschefs zeigt, dass seine Vorwürfe gegen Russland rein politisch motiviert sind.

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    Tags:
    Proteste, NATO, Pjotr Iskenderow, Milo Ðukanović, Russland, Montenegro