15:14 29 November 2020
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    Das russische Außenministerium hat scharfe Kritik am montenegrinischen Ministerpräsidenten Milo Dukanović geübt, der Russland vorgeworfen hatte, die Anti-Regierungs-Proteste in seinem Land entfacht zu haben.

    Russischen Diplomaten zufolge will sich Dukanović  aus der Verantwortung für die Zusammenstöße in Montenegro stehlen, schreibt die „Kommersant“ am Mittwoch.

    Das russische Außenministerium zeigte sich erstaunt über die „haltlosen“ Vorwürfe des montenegrinischen Regierungschefs. Er hatte Moskau beschuldigt, die sozialen Spannungen in Montenegro anzuheizen. In einer Mitteilung des russischen Außenamts heißt es, dass Dukanović bislang keine Beweise dafür vorgelegt habe, weil es keine gäbe.

    Seit Ende September hält die Opposition in Montenegro friedliche Demonstrationen vor dem Parlament ab. Sie fordert den Rücktritt der Regierung und die Bildung eines Übergangskabinetts. Allerdings war bei mehreren Losungen zu erkennen, dass das Hauptziel der Protestierenden die Torpedierung der für Dezember geplanten  Einladung Montenegros in die Nato ist. Am 18. Oktober versuchten die Oppositionellen ins Parlament einzudringen. Am 24. Oktober vertrieb die Polizei die Demonstranten. Nach offiziellen Angaben wurden 15 Polizisten und 20 Zivilisten bei dieser Aktion verletzt. Anschließend warf Dukanović Russland vor, die Kundgebungen unterstützt zu haben, um den NATO-Beitritt seines Landes zu verhindern.

    Nach Angaben des russischen Außenministeriums will sich Dukanović von der Verantwortung für die Proteste freisprechen. Er ignoriere die Position der Mehrheit der Montenegriner und behaupte, dass der NATO-Beitritt angeblich die Unabhängigkeit des Landes sichere.

    Das russische Außenministerium warf dem montenegrinischen Premier einen Zickzackkurs vor, der sich je nach politischer Lage ändere. Dabei äußerte Moskau Besorgnis über die enorme Gewaltanwendung durch die Behörden in Podgorica gegen friedliche Demonstranten.

    Zuvor hatte Putins Sprecher Dmitri Peskow die Erklärungen von Dukanović als merkwürdig bezeichnet. Überall nach dem Teufel zu suchen und Russland weiter zu dämonisieren sei ein bekanntes Spiel vieler Staaten. Russland erwarte jedoch, dass die Vernunft die Oberhand gewinne und nüchterne Einschätzungen einkehren, so der Sprecher.

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    Tags:
    NATO, Milo Dukanović, Montenegro, Russland