11:47 16 Dezember 2017
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    Gipfeltreffen Staats- und Regierungschefs Chinas, Japans und Südkoreas

    China, Japan und Südkorea wollen gemeinsam alte Kränkungen überwinden

    © REUTERS/ Jung Yeon-je
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    Nowyje Iswestija
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    Bei ihrem ersten Gipfeltreffen seit mehr als drei Jahren haben die Staats- und Regierungschefs Chinas, Japans und Südkoreas die Wirtschaftskooperation und die Beilegung von historischen Streitigkeiten besprochen, schreibt die “Nowyje Iswestija” am Montag.

    Die Gespräche zwischen dem chinesischen Regierungschef Li Keqiang, dem japanischen Premierminister Shinzō Abe und der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye sollen die Beziehungen zwischen den Ländern verbessern und die Lage in Asien entspannen.

    Ein großes Streitthema stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und davor, dabei handelt es sich um die japanische Besatzung der koreanischen Halbinsel und eines großen Teils von China. Viele Chinesen und Koreaner halten die Entschuldigungen Japans für die damaligen Grausamkeiten für ungenügend.

    Trotz etlicher Territorialkonflikte sind die Nachbarländer wegen ihrer wirtschaftlichen Beziehungen zu Kompromissen gezwungen. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye teilte mit, es sei wichtig, dass der Dreier-Gipfel für Beratungen und Diskussionen zustande gekommen sei.

    Die drei asiatischen Staaten wollen ihre Handelsbeziehungen ausbauen. Am Samstag vor dem Gipfeltreffen hatten Park Geun Hye und Li Keqiang die Ausarbeitung eines Freihandelsabkommens bis Ende dieses Jahres vereinbart. Am Montag finden bilaterale Verhandlungen zwischen Park Geun Hye und Shinzō Abe statt.

    Die Shenyang J-11, Luftstreitkräfte der Volksrepublik China
    © Wikipedia/ Myles Cullen/U.S. Air Force

    Trotz Kritik an der japanischen Politik weiß Park Geun Hye genau, dass die Beziehungen zwischen den beiden Staaten verbessert werden müssen. Allerdings ist Japans Ministerpräsident nicht bereit zu prinzipiellen Zugeständnissen in Bezug auf den Krieg. Dazu zählt die Sexsklaverei der japanischen Armee während des Zweiten Weltkrieges.

    Im Südchinesischen Meer, wohin die USA ein Kriegsschiff entsandt haben (in direkter Nähe der von China beanspruchten Spratly-Inseln), hat sich die Lage verschärft. Bei dem Gipfel wurde über die Situation gesprochen. Weiteres Gesprächsthema war ein Zwischenfall am 24. Oktober: Nach südkoreanischen Angaben hatte ein nordkoreanisches Patrouillenboot im Gelben Meer die Grenze verletzt. Nach drei Warnungen feuerte das südkoreanische Schiff fünf Schüsse ab. Nordkorea weist den Vorwurf der Grenzverletzung zurück und spricht von Provokationen des südlichen Nachbarn.

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    Tags:
    Park Geun-hye, Shinzo Abe, Li Keqiang, Japan, Südkorea, China
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