16:04 18 September 2020
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    A321-Absturz über Sinai (104)
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    Die Flugschreiber der in Ägypten abgestürzten Maschine des Typs A321 der russischen Fluggesellschaft Kogalymavia haben keine endgültige Antwort auf die Ursachen des Unglücks geliefert. In den letzten Sekunden der Aufzeichnungen sind Geräusche zu hören, die den Verdacht eines Terroranschlags bekräftigen.

    Doch die russischen Ermittlungsbehörden wollen erst noch die Trümmer, die Flugschreiber und die Leichen in Augenschein nehmen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Der Chef des internationalen Ermittlerteams, Ayman al-Mokadem, teilte am Samstag mit, dass die Flugschreiber ausgewertet worden seien.

    Die Spezialisten aus Ägypten, Russland, Frankreich, Deutschland und Irland waren sich bei der Analyse des Flugdatenschreibers (FDR) einig – der Flugdatenschreiber stellte in einer Höhe von 9400 Meter seinen Betrieb ein. Demnach flog die Urlaubsmaschine ungefähr 23 Minuten im Normalbetrieb mit einer Geschwindigkeit von 521 km/h. Ein Versagen des Systems wurde nicht festgestellt.

    Die Aufnahme des Cockpit Voice Recorder (CVR) sei erst vorläufig analysiert worden, so Ayman al-Mokadem. Ihm zufolge ist ein Geräusch in den letzten Sekunden zu hören. Französische Journalisten berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen im ägyptischen Untersuchungsausschuss, dass das Geräusch dem einer Bombenexplosion ähnle.

    Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hatte sich zum angeblichen Anschlag auf das Flugzeug bekannt, was zunächst jedoch ausgeschlossen wurde. Einige Tage später berichteten Großbritannien und die USA jedoch, über Daten zu verfügen, die von einem möglichen Terroranschlag zeugen. Zudem registrierte ein US-Satellit einen Hitzeblitz im Moment des Absturzes. Ein  Sprengsatz könnte im Gepäck oder anderswo im Flugzeug versteckt worden sein.

    Nach Angaben des britischen Geheimdienstes könnte der Ägypter Abu Osama al-Masri hinter dem mutmaßlichen Terroranschlag stecken. In einem Video im Internet spricht der Terrorist davon, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Die britischen Behörden unterstützen nach eigenen Angaben Ägypten oder Russland bei der Suche nach dem Terroristen. Einige westliche Länder und Russland haben ihre Flüge nach Ägypten eingestellt.

    Die erste Auswertung des Flugschreibers hat also keine neuen Erkenntnisse über die Ursache der Katastrophe gebracht. Nun müssen die Trümmer und die Leichen der Passagiere untersucht werden.

    Am Sonntag trafen Spezialisten aus Ägypten, Russland, Frankreich und Deutschland und Frankreich am Unglücksort ein. Nach Angaben des russischen Zivilschutzministeriums prüfen die Experten die Fragmente der Maschine. In einem Umkreis von 13 Kilometern seien Teile der Unglücksmaschine gesehen worden.

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    Terrormiliz Daesh, A-321, Abu Osama al-Masri, Ayman al-Mokadem, Sinai-Halbinsel, Ägypten