03:07 17 Dezember 2017
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    Fla-Raketen-System S-300

    Russland macht Raketen-Deal mit dem Iran perfekt

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    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)
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    Am Montag hat der Generaldirektor der russischen Technologieholding Rostec, Sergej Tschemesow, die Lieferung von vier Divisionen des Flugabwehrsystems vom Typ S-300PMU-2 an den Iran angekündigt. Die Abwehrraketen werden frühestens Mitte 2017 an den Iran geliefert, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Am Rande der „Dubai Airshow 2015“ teilte Rostec-Chef Tschemesow mit, dass der entsprechende Vertrag bereits unterzeichnet worden sei: „Die Golf-Staaten müssen sich keine Sorgen machen. Wir sind bereit, diese Technik jedem Land anzubieten”. Der Sprecher des staatlichen Rüstungshändlers Rosoboronexport nahm keine Stellung zu diesem Deal.

    Damit zog der Rostec-Chef einen Schlussstrich unter dem langjährigen Streit über den Raketen-Deal. Der Iran hatte eine Klage in Höhe von vier Milliarden US-Dollar gegen den russischen Rüstungsexporteur Rosoboronexport eingereicht. Laut einem Vertrag aus dem Jahr 2007 sollte Moskau fünf Divisionen des Komplexes vom Typ S-300PMU-1 im Gesamtwert von 800 Millionen US-Dollar an Teheran liefern. Wegen der UN-Sanktionen hatte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew den Rüstungsdeal jedoch ausgesetzt.

    S-300
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    Obwohl der Rostec-Chef nicht den Typ der Raketen nannte, soll es sich Quellen zufolge um S-300PMU-2-Systeme handeln, die für Syrien bestimmt waren, wegen des ausgebrochenen Bürgerkriegs jedoch nicht ausgeliefert werden konnten. Auf Bitte Tel Avivs war die Raketenlieferung an Syrien gestoppt worden. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte im April erklärt, dass Israel sehr beunruhigt über die geplanten S300-Lieferungen sei. Ihm zufolge wurden den Syrern 400 Millionen US-Dollar von der Vorauszahlung zurückgegeben.

    Nach Angaben eines Top-Managers des russischen Rüstungskonzerns Almas-Antej werden die Abwehrraketensysteme an die iranischen Anforderungen angepasst. Teheran könne die S-300-Raketen 18 Monate nach Abschluss des Vertrages erhalten, ergo Mitte 2017.

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    Russische Waffenheighlights auf der "Dubai Airshow 2015"

    Wie der Rostec-Chef auf der Luftfahrtmesse in Dubai hinzufügte, wird Teheran seine Klage zurückziehen, sobald der erste Teil des eine Milliarde US-Dollar schweren Deals erfüllt worden sei. Einer Quelle aus dem Umfeld der russisch-iranischen Regierungskommission zufolge wird Teheran keinen Kredit für das Geschäft aufnehmen.

    Am 10. November trifft sich die russisch-iranische Regierungskommission zu Gesprächen über die Wirtschaftskooperation beider Länder. Am 17. November reist Vizepremier Dmitri Rogosin nach Teheran, um mit seinem iranischen Amtskollegen Sorena Sattari eine Zusammenarbeit im Hightech-Bereich zu besprechen.

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    Lieferung russischer S-300-Flugabwehrraketen an Teheran (44)

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    S-300, Dubai Airshow 2015, Almaz-Antey, Rosoboronexport, Rostec, Dmitri Medwedew, Wladimir Putin, Sergej Tschemesow, Russland, Iran, Syrien