08:36 09 Juli 2020
SNA Radio
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    234112
    Abonnieren

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat im Kiewer Parlament (Oberste Rada) einen Gesetzentwurf eingereicht, laut dem 2.500 Nato-Soldaten in die Ukraine eingeladen werden sollen. Im November und Dezember beteiligen sich Streitkräfte des westlichen Militärbündnisses an einem Großmanöver im Gebiet Lwow.

    Gleichzeitig spitzt sich die Lage in der Ostukraine zu, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Nach zwei Monaten wurde die Waffenruhe im Donezbecken in der vergangenen Woche erstmals gebrochen. Die Konfliktseiten werfen sich gegenseitig vor, den Waffenstillstand verletzt zu haben und eine Offensive zu planen. Das ukrainische Militär berichtete, dass seine Stellungen innerhalb von acht Stunden 33 Mal beschossen worden wären.

    „Die Rebellen haben elfmal die Ortschaft Peski, siebenmal Opytnoje, viermal Marjinka und dreimal Awdejewka und Krasnogorowkajeweils mit Granatwerfern und schweren Maschinengewehren beschossen; Werchnetorezkoje wurde mit Schützenpanzern BMP-2 angegriffen. Die Ortschaften Popasnaja und Boguslawskoje wurden aus 120-mm-Granatwerfern unter Beschuss genommen. 

    Zudem sollen Stellungen der ukrainischen Armee in Richtung Mariupol nicht weit von der Ortschaft Schirokino unter Feuer genommen worden sein. Eine Kampfeinheit aus 20 Soldaten habe versucht, eine Offensive auf ukrainische Stellungen zu starten, hieß es weiter.

    Die Behörden in Lugansk sprachen von einer Eskalation der Lage: Am 9. November sollen „Terroristen“ aus der Stadt Perwomajsk zweimal aus 80-mm-Granatwerfern geschossen haben. Die Geschosse gingen in der dicht besiedelten Ortschaft Popasnaja nieder.

    Nach Angaben der selbsternannten Volksrepubliken in der Ostukraine hatte die ukrainische Armee das Feuer eröffnet. Der Bürgermeister der Stadt Donezk, Alexej Granowski, teilte mit, dass die Gegenseite die Verteidigungslinie in Debalzewo durchbrechen wollte. Dabei wurde der Flughafen in Donezk beschossen.

    Der Flughafen sollte demnächst teilweise wieder in Betrieb genommen werden. Der Leiter der Abteilung für Zivilluftfahrt beim Transportministerium der selbsternannten Republik Donezk, Pawel Turewski: „Wir erwarten, dass nach dem Wiederaufbau fünf bis sechs Flugzeuge auf dem Flughafen landen können. Dazu gehören Business-Jets.“ Er betonte, dass die Wiederaufnahme des Luftfrachtverkehrs sehr wichtig für die Region sei.

    Experten schließen eine erneute Eskalation der Gewalt nicht aus. Im Augenblick geht es den an dem Konflikt beteiligten Seiten vor allem darum, sich Vorteile und Zugeständnisse beim Friedensprozess im Donezbecken auszuhandeln. Experten gehen davon aus, dass die Stationierung der von Poroschenko gewünschten 2.500 Nato-Soldaten nicht zustande kommt. Allerdings könnte die Allianz die Ukraine bei der Ausbildung von Soldaten unterstützen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Großmanöver: Nato spielt Ukraine-Konflikt durch
    NATO-Chef in der Ukraine - ein Signal an Russland
    Nato setzt Kooperation mit Ukraine fort – Allianz-Chef besucht Kiew
    Ukraine: Poroschenko strebt Kooperation mit Nato und EU-Geheimdiensten an
    Tags:
    NATO, Petro Poroschenko, Alexej Granowski, Lwiw, Donezk