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20:49 22 September 2019
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    Außenhandel eingebrochen: Reagiert China mit massiver Yuan-Abwertung?

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    Laut Experten der Moskauer Plechanow-Wirtschaftsuniversität könnte China im kommenden Jahr seine Nationalwährung Yuan um 30 bis 40 Prozent abwerten, um das darbende Exportgeschäft anzukurbeln, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Donnerstag.

    Ruslan Dsarassow von der Moskauer Plechanow-Wirtschaftsuniversität dazu: „Die Krise erhöht den inneren und äußeren Druck auf China, sodass die Unterstützung des Yuan sehr aufwendig ist.“ Viele Experten halten diese Prognose jedoch für gewagt.

    Sorgen um die chinesische Wirtschaft gibt es bereits seit einiger Zeit: Das Wachstum verlangsamt sich, und die Wirtschaftszahlen verschlechtern sich. Nach Angaben der chinesischen Zollbehörden sind der Export im Oktober um fast sieben Prozent (in US-Dollar) und der Import um 19 Prozent im Vergleich zum September des Vorjahres zurückgegangen.

    Laut dem russischen Experten Wassili Koltaschew fehlt es Peking an Reserven für eine langfristige Unterstützung der Nationalwährung: „Die Außenschulden der staatlichen Unternehmen setzen den Yuan stark unter Druck. 2015 müssen 700 Milliarden US-Dollar Außenschulden zurückgezahlt werden, 2016 werden es 900 Milliarden US-Dollar sein. Die Währungsreserven Chinas werden von vier Billionen US-Dollar auf 3,4 bis 3,5 Billionen fallen.”

    Aber viele Experten rechnen eher nicht mit einer Abwertung der chinesischen Währung, denn Peking will den Yuan zu einer internationalen Reservewährung machen. Deswegen würde eine Abwertung der chinesischen Währung das Vertrauen entziehen, so die Experten. Aber der Yuan-Kurs sei lenkbar und politisiert. Der Yuan-Anteil bei internationalen Verrechnungen beträgt nur ca. vier Prozent.

    Alexej Maslow von der Hochschule für Wirtschaft (HSE) in Moskau warnte vor bösen Folgen wie dem Scheitern von Investitionen, von Verarmung und sozialer Unzufriedenheit, was Peking nicht zulassen könne. Zudem würde ein billigerer Yuan die strukturellen Probleme in der chinesischen Wirtschaft nicht beheben.

    Zugleich sucht China nach neuen Absatzmärkten. Mit Russland wurde ein entsprechendes Abkommen abgeschlossen. Wegen der Rubel-Abschwächung stehen gemeinsame Infrastruktur-Projekte jedoch auf der Kippe. Zudem gelingt es den chinesischen Behörden nicht immer, die Binnennachfrage zu stimulieren.

    Der Leiter des Moskauer Instituts für strategische Analyse, Igor Nikolajew, rechnet nicht mit einer Yuan-Abwertung um 30 bis 40 Prozent. Die Stärke einer Nationalwährung werde durch die wirtschaftliche Stärke bestimmt. Natürlich stoße Chinas Wirtschaft auf Schwierigkeiten. Doch im Vergleich zum Rubel hänge der Yuan nicht vom Erdölpreis ab, weshalb eine Abwertung unnötig sei, sagte der Experte.

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    Rubel, Yuan, Igor Nikolajew, Wassili Koltaschew, Russland, China