00:37 18 November 2019
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    Migranten an der deutsch-österreichischen Grenze

    Schätzung erhöht: Flüchtlinge kosten Deutschland 21 Milliarden Euro

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    Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat die staatlichen Kosten für die Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge neu berechnet. Statt der angenommen zehn Milliarden Euro sollen sich die Ausgaben auf 21,1 Milliarden Euro belaufen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Laut dem am Dienstag veröffentlichten Ifo-Bericht werden die Kosten für die Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge in Deutschland allein für 2015 bei 21,1 Milliarden Euro liegen. Die Forscher gingen bei ihren Berechnungen von 1,1 Millionen Flüchtlingen in diesem Jahr aus. „Das schließt nun Unterbringung, Ernährung, Kitas, Schulen, Deutschkurse, Ausbildung und Verwaltung ein“, sagte Gabriel Felbermayr vom Ifo-Institut. Bisher wurden diese Ausgaben auf zehn Milliarden Euro, ausgehend von 800.000 Flüchtlingen, geschätzt.

    Nach Ifo-Angaben besteht das Hauptproblem darin, dass die meisten Flüchtlinge schlecht ausgebildet sind.

    Migranten auf der griechischen Insel Lesbos
    © REUTERS / Alkis Konstantinidis

    „Die Schlüssel für die Kosten und die Integration sind die Qualifikation und der Arbeitsmarkt“, sagte Felbermayr. Mehr als 40 Prozent der Industriebetriebe in Westdeutschland halten sie nur als Hilfsarbeiter einsetzbar, in Bau und Handel seien es weniger als 40 Prozent, so die Forscher. Noch schlechter sei die Situation in Ostdeutschland. Viele Unternehmen betrachten den zu Jahresbeginn eingeführten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde als Einstellungshindernis.

    Laut Ifo-Chef Hans-Werner Sinn müssen die Flüchtlinge schnell in den Arbeitsmarkt integriert und das dreimonatige Arbeitsverbot abgeschafft werden. Sinn betrachtet die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung mit Skepsis. Er bezeichnete die Politik der Bundeskanzlerin Angela Merkel als sympathisch, aber nicht besonders weitblickend.

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