03:03 20 Februar 2018
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    Paris nach Terrorattacken

    Anschläge: Was ändert sich in Frankreich nach dem 13. November?

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    Terroranschläge in Paris am 13. November 2015 (141)
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    Die französische Polizei sucht nach den Drahtziehern der am 13. November verübten Terroranschläge in Paris mit 132 Toten und 349 Verletzten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Die französische Polizei ermittelte die Namen mehrerer Terroristen – sie haben französische und ausländische Pässe. Zudem wurde an einem Tatort ein syrischer Pass entdeckt. In Frankreich und Belgien wurden mehrere Verdächtige festgenommen, darunter Familienangehörige des Franzosen Omar Ismail Mostefai, die ihre Schuld leugnen.

    In Autos der Attentäter wurden Kalaschnikows gefunden. Mehrere Terroristen sollen geflohen sein. Die Fahndung nach den Personen, die die Attentäter mit Sprengstoff, Waffen und Autos versorgt und die Koordination geleitet hatten, läuft auf Hochtouren.

    Viele Politiker in Paris sprechen weniger über die Angriffe als über die Zukunft Frankreichs und die Möglichkeit, Tragödien dieser Art in Zukunft zu verhindern. Trotz der effektiven Maßnahmen der Polizei, dank denen es gelungen war, das Schlimmste – Panik und eine Bombenexplosion direkt im Stadion – zu verhindern, planen Terrororganisationen weitere Anschläge.

    Trotz des Versammlungsverbots gehen die Pariser auf die Straße, zünden Kerzen an und legen Blumen für die Opfer der Anschläge nieder. Der Wahlkampf der französischen Politiker ruht derweil keineswegs.

    Die Terroristen wollten, dass Frankreich sich von den regierenden Sozialisten abwendet. Am Freitagabend zeigte sich der französische Präsident François Hollande als ein aktiver und engagierter Politiker: Hollande sprach im Élysee-Palast, als die Terroristen in der Konzerthalle Bataclan ihr Massaker anrichteten.

    Nach der Erstürmung der Konzerthalle besuchte Hollande den Ort der Tragödie und die Verletzten in den Krankenhäusern. Premierminister Manuel Valls begleitete den französischen Präsidenten. Danach gab der Regierungschef zusammen mit dem Innen- und dem Verteidigungsminister am Eingang eines Krankenhauses ein einfühlsames Interview angesichts der tragischen Ereignisse.

    Hollande lud seinen Vorgänger und politischen Rivalen Nicolas Sarkozy in den Élysee-Palast ein, um über eine Strategie angesichts der Anschläge zu sprechen, womöglich haben sie auch eine politische „Waffenruhe“ ausgehandelt.

    Die Chefin der „Front National“, Marine Le Pen, kündigte an, die Wahlkampagne wegen der Trauer in Frankreich zu unterbrechen. Le Pen sagte: „Frankreich und die Franzosen sind nicht mehr in Sicherheit.“ Le Pen forderte die Behörden auf, die Grenzen unter Kontrolle zu stellen, Moscheen, in denen radikale Ideen verbreitet werden, zu schließen und „fanatische“ Imame abzuschieben.

    Die angebliche Beteiligung syrischer Flüchtlinge an den Anschlägen ist ein neues Moment: Ahmed Almohammed  gilt als einer der Organisatoren. Er soll über Griechenland in die EU eingereist sein.  Seine „Spuren“ wurden in Serbien, Kroatien und Österreich entdeckt. Sollte sich die „syrische Spur“ bestätigen, werden alle Versuche der Sozialisten, neue Migranten aufzunehmen, diskreditiert.

    Marine Le Pen hat zweifellos gepunktet. Die Chancen der „Front National“ stehen gut bei den Regionalwahlen, was aber nicht bedeutet, dass Le Pen Spitzenkandidatin bei der Präsidentschaftswahl wird. Wahrscheinlich wird die Partei von Nicolas Sarkozy, der bereits Interviews mit der französischen Flagge im Hintergrund gibt, an Popularität gewinnen.

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    Terroranschläge in Paris am 13. November 2015 (141)

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    Terroranschläge in Paris, Manuel Valls, François Hollande, Paris, Frankreich