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    Erfolgreicher „Bulawa“-Test: Russland erneuert Raketenarsenal

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Das russische Verteidigungsministerium hat am Samstag den erfolgreichen Start von zwei ballistischen Interkontinentalraketen des Typs „Bulawa“ von einem Atom-U-Boot im Weißen Meer gemeldet, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Die Raketen trafen die anvisierten Ziele auf dem Versuchsgelände „Kura“, auf der Halbinsel Kamtschatka. Trotz der sieben Fehlstarts bei insgesamt 24 Tests zwischen 2006 und 2013 bestätigte Russland die Kampffähigkeit der Atom-Triade (die Atomraketen tragenden U-Boote, die Luftstreitkräfte und die ballistischen Interkontinentalraketen). Im Herbst 2014 waren drei Starts der „Bulawa“-Rakete gelungen.

    Das Verteidigungsministerium teilte mit: „Der Start von zwei ballistischen Interkontinentalraketen zeugt vom sicheren Funktionieren aller Elemente, darunter der Automatik des Raketenkomplexes ‚Bulawa‘ mit dem standartmäßigen Gefechtssatz. Die Besatzung des U-Bootes ‚Wladimir Monomach‘ hat ihre hohe Professionalität gezeigt.”

    Den russischen Streitkräften stehen offenen Quellen zufolge 30 Feststoff-Raketen des Typs „Bulawa“ D-30 zur Verfügung. Mindestens drei Atom-U-Boote der Borej-Klasse („Juri Dolgoruki“, „Alexander Newski“ und „Wladimir Monomach“)  sind mit diesen Raketen bestückt. Zudem wurde inzwischen das schwere strategische Atom-U-Boot „Dmitri Donskoj“ für die Bulawa-Raketen umgerüstet. Wie ein Top-Manager der russischen Rüstungsindustrie sagte, wird es bis 2020 drei U-Boote des Projekts „955“ und fünf des Projekts „Borej-A“ geben. Jedes U-Boot werde 16 „Bulawa“-Raketen tragen, wobei der Gefechtskopf jeder Rakete mit bis zu zehn Sprengköpfen mit einer Sprengkraft von jeweils 150 Kilotonnen ausgestattet ist.

    Diese Klasse von Raketen ist nicht so leistungsfähig wie die ballistische Feststoff-Rakete R-39, mit der die Atom-U-Boote vom Projekt „941 Akula“ ausgerüstet waren und die sich seit 2004 in der Reserve befinden.

    „Bulawa“- und „Topol“-Chefentwickler Juri Solomonow teilte mit, dass die kleinere Nutzladung von „Bulawa“ mit der hohen Lebensdauer zusammenhänge. Die Rakete sei resistent gegen „Vernichtungsfakoren“ bei Atomexplosionen und Laserwaffen, so Solomonow.

    Bei einem Treffen mit hochrangigen Militärs in Sotschi erklärte Präsident Wladimir Putin, dass in den vergangenen drei Jahren etliche neue Waffensysteme für die Raketenabwehr erfolgreich getestet worden seien. Dazu zähle unter anderem das neue „Status-6“-System, das Atomgefechtsköpfe unter Wasser (bis 10 000 km) tragen kann.

    Zu den Neuentwicklungen gehören auch die „Iskander“-Rakete, die „Sarmat“-Rakete als Ersatz für die „R-36M2 Wojewoda“ und der Eisenbahnraketenkomplex „Bargusin“.        

    Trotz der Finanzkrise soll die Entwicklung neuer Raketen im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Laut dem Haushaltsentwurf sollen die Ausgaben für den nuklearen Rüstungskomplex sowie für Forschungen im Bereich der nationalen Sicherheit um etwa 645 Millionen Euro erhöht werden.

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    Tags:
    Iskander, Sarmat (Interkontinentalrakete), R-36M, Topol, Bulawa-Rakete, Borej-A, Dmitri Donskoj, U-Boot Wladimir Monomach, Wladimir Putin, Juri Solomonow, Sotschi