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    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
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    Die Geiselnahme in der Konzerthalle Bataclan, die Bombenexplosionen vor dem Stade de France und die Selbstmordattentäter in Paris offenbaren nicht nur das Scheitern der französischen Geheimdienste.

    Betrachtet man den Verlauf der Ermittlungen, stellt sich die Frage, ob die französische Regierung bereit ist, ihre Sicherheitspolitik und ihre bisherige Geopolitik kritisch einzuschätzen, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

    Die Hardliner in Washington haben die europäischen Länder zu den schädlichen Wirtschaftssanktionen gegen Russland gedrängt. Die USA setzen Europa unter Druck, keine Anti-Terror-Kooperation mit Moskau einzugehen. Eine der Folgen dieser geopolitischen Manöver sind die Terroranschläge in Paris. Washington hat den Europäern ein veraltetes Verhaltensmodell aufoktroyiert, das sich ohne politischen Willen nicht ändern wird.

    Die Terroranschläge in Paris haben junge Migranten der zweiten und dritten Generation mit französischer Staatsbürgerschaft verübt. Es wird die Versuchung geben, das Geschehene mit der sozial-wirtschaftlichen Lage im Lande, der steigenden Arbeitslosigkeit und der kaum erfolgreichen Toleranz-Politik zu erklären – also mit innenpolitischen Faktoren.

    Straßengangs aus Migranten haben einige Stadtteile von Paris in No-Go-Areas für die Polizei verwandelt, mit eigenen Gesetzen und illegalen Geschäften. In den letzten Jahren sind einige Stadtteile der französischen Hauptstadt regelrecht verwahrlost – Wände sind mit arabischen Graffitis besprüht, und die Mülltonnen quellen über.

    Frankreich, das sich der von den USA gebildeten Anti-Terror-Koalition angeschlossen hat, hat nur wenige Angriffe in Syrien geflogen. Es hatte auf eine Zusammenarbeit mit Russland verzichtete und die gemäßigte syrische Opposition unterstützt. Der „Islamische Staat“ hatte weitere Gebiete erobert und damit die finanzielle Basis für die Terroranschläge in Paris geschaffen. Die Waffen und Sprengsätze sollen die Terroristen vor Ort bekommen haben.

    Die französische Regierung hatte auf eine Kooperation mit Moskau bei der Bekämpfung des Terrorismus verzichtet, um die angebliche Einheit zwischen Europa und den USA nicht zu zerstören. Doch die Terroristen haben diese Schwäche und Ängste „gespürt“.

    Warum hat sich die gemäßigte Politik als Gegenteil der Prognosen der französischen Regierung erwiesen? Das hängt in vieler Hinsicht mit einer weiteren katastrophalen Erfindung der USA zusammen – einer selektiven Ausnutzung von Terrororganisationen zum Erreichen der politischen Ziele, wie es im Irak und in Libyen der Fall war. Durch die Demokratisierung der Länder tauchten Extremisten auf, die einen terroristischen Pseudo-Staat bilden und die Nachbarländer erobern wollen.

    Während der Syrien-Gespräche in Wien unterscheiden die westlichen Politiker weiterhin zwischen „guten“ und „schlechten“ Terroristen in Syrien, ohne von ihren geopolitischen Plänen abzurücken. Einige Länder folgen der amerikanischen Methode, Terroristen für eigene politische Zwecken zu nutzen. Die Türkei unterstützt Kräfte, die gegen die Kurden kämpfen. Saudi-Arabien finanziert und liefert Waffen an die syrische Opposition. Die Amerikaner unterstützen Kurden, die gegen die Türkei kämpfen. Die Terroranschläge in Paris sind das Ergebnis dieser widersprüchlichen Strategie und des US-Strebens nach Chaos im Nahen Osten.

    Das Vorgehen der USA trägt nicht dazu bei, eine Einheit bei der Bekämpfung des Terrorismus herzustellen. Werden die Attentate in Paris die europäischen Staats- und Regierungschefs endlich dazu bringen, von der Politik der Doppelstandards und von der Lösung geopolitischer Aufgaben mit „eigenen Terrororganisationen” abzurücken? Wird die französische Regierung und wird und ganz Europa verstehen, in welches grausame Massaker die USA den Kontinent verwickelt haben?

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    Terrormiliz Daesh, USA, Paris