18:52 05 August 2020
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    Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen (357)
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    Schweden und Finnland haben sich dem Nato-Programm zur Vorbereitung auf einen Hybridkrieg angeschlossen. Damit unternehmen die beiden neutralen Länder einen weiteren Schritt zur Annäherung an die Allianz, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.

    Auf einer Konferenz in Stockholm sprachen die Verteidigungsminister der baltischen Länder, Schwedens und Finnlands über die hybride Kriegsführung. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg war als Ehrengast eingeladen worden. Er versuchte Schweden und Finnland davon zu überzeugen, der Nato beizutreten. Norwegen habe unter Beweis gestellt, dass die Nato-Mitgliedschaft kein Störfaktor in den Beziehungen zu Russland sei, so Stoltenberg. Ihm zufolge gab es immer eine Basis für einen Dialog mit Moskau.

    Zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten hat sich in Schweden und Finnland die Zahl der Befürworter eines Nato-Beitritts ihres Landes der Zahl der Gegner angeglichen. Die wachsende Popularität der Nato in Nordeuropa hänge mit der Angliederung der Krim und dem Krieg im Donezbecken zusammen, so Meinungsforscher in den beiden Ländern. Im nächsten Jahr sind weitere Gesprächsrunden über die Vor- und Nachteile einer Nato-Mitgliedschaft geplant.

    Praktische Schritte für den Nato-Beitritt wurden bereits eingeleitet. Im vergangenen Jahr hatten Stockholm und Helsinki beschlossen, im Ernstfall die Präsenz von Nato-Einheiten zu erlauben: Dabei handelt es sich um 26.500 Soldaten der so genannten Response Force. 10.500 Soldaten könnten innerhalb von zwei bis dreißig Tagen mobilisiert werden.

    In Schweden und Finnland wird die neue Nato-Struktur Joint Expeditionary Force als operative Basis dienen. Die Schnellen Eingreiftruppen umfassen 10.000 Soldaten aus Dänemark, Norwegen, den Niederlanden, Polen und den baltischen Ländern. Die Truppen werden Großbritannien unterstellt. 

    Der ehemalige Leiter der schwedischen Militärakademie, Karlis Neretnieks, sagte in einem Interview für die Zeitung „Aftenposten“, dass in Estland, Lettland und Litauen jederzeit ein Militärkonflikt ausbrechen könnte. Russland werde Schweden gegen die Nato und die Allianz werde Schweden gegen Russland benutzen, so Neretnieks. Eine transparente Zusammenarbeit mit der Nato und der Nato-Beitritt seien der einzige Ausweg aus der geopolitischen Zwickmühle Schwedens. Ihm zufolge ist Schweden nicht in der Lage, sich allein zu verteidigen.

    Schwedische Experten gehen jedoch nicht davon aus, dass Russland die baltischen Länder angreifen wird. Es handle sich eher um wachsende Spannungen mit unbekannten Folgen, so die Experten.

    Schwedische und finnische Medien berichten, dass die politische Entscheidung bereits 2013 getroffen worden war. Aber es hätte technische Hindernisse gegeben. Das schwedische Finanzministerium wusste nicht, wie die Präsenz der schnellen Nato-Eingreiftruppen finanziert werden soll. Die Krise in der Ukraine und die Beteiligung Moskaus veranlassten Schweden jedoch, seine bisherige Neutralität aufzugeben.

    Russland agiert aktiv an den Grenzen zu Finnland und Schweden. Dabei geht es um Luftraumverletzungen. Einigen Experten zufolge soll die russische Luftwaffe den Luftraum verletzt haben, um die Nato-Stimmung in der Region zu kippen.

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    NATO, Karlis Neretnieks, Baltikum, Russland, Finnland, Schweden