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    Französischer Flugzeugträger „Charles de Gaulle“

    Frankreichs Krieg gegen IS: Lieber mit Russland als mit Nato

    © AFP 2019 / Anne-Christine Poujulat
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    Frankreichs Präsident François Hollande wird am 26. November nach Moskau reisen, weil er keine solide Unterstützung bei seinen Nato-Partnern im Kampf gegen den Terror gefunden hat, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Aller Wahrscheinlichkeit nach wird nicht nur über Politik, sondern auch über militärische Aufgaben gesprochen. Gestern schlossen sich französische Marineschiffe einem russischen Schiffsverband zur Abriegelung der syrischen Küste an.

    US-Präsident Barack Obama hatte beim APEC-Gipfel in Manila gesagt, für die Bekämpfung der Terrorbedrohung aus dem Nahen Osten sei nur der Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assads erforderlich, und der Friedensprozess in Syrien beginne von selbst.

    Nach dem Terroranschlag auf eine russische Urlaubsmaschine mit 224 Toten schließt Moskau weiterhin einen Rücktritt Assads aus. Frankreich, das nun auch den „Islamischen Staat“ zur Rechenschaft ziehen will, will nicht herumsitzen und warten, bis sich die Situation von sich selbst regelt, wie der US-Präsident vorschlägt.

    Es entsteht der Eindruck, dass sich die Nato auf die Idee versteift hat, Russland Widerstand zu leisten, und deshalb nicht mehr in der Lage ist, auf reale Bedrohungen operativ zu reagieren. Vor diesem Hintergrund sind die russischen Bombardierungen von IS-Stellungen in Syrien weitaus logischer, als die Überlegungen der US-Militärs und —Behörden — vor allem nach den Einsätzen der russischen Langstreckenbomber in Syrien.

    Die Erfahrung aus den von den USA im Nahen Osten geführten Kriegen zeigt, dass der „Islamische Staat“ ohne Bodeneinsätze nicht besiegt werden kann. Eine Bodenoffensive ist angesichts der realen Möglichkeiten des syrischen Präsidenten al-Assads unvermeidlich. Über die Notwendigkeit der Bildung von gemeinsamen Anti-Terror-Truppen wollen nach Putin jetzt auch andere europäische Staats- und Regierungschefs öffentlich sprechen.

    Nur die USA, die immer noch an den Russland-Sanktionen festhalten, streben offenbar nicht an, ihre Bodenstreitkräfte in Syrien einzusetzen. Keine große Kampfsolidarität mit Hollande zeigen auch andere Nato-Verbündete. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Situation nach dem Treffen des französischen Präsidenten mit Obama am 24. November ändern kann. Aber eines ist offensichtlich: Die Nato ist nur auf Widerstand gegen Russland gepolt und nicht in der Lage, auf reale Bedrohungen operativ zu reagieren. Deshalb begann Hollande, Verbündete außerhalb der Allianz zu suchen.

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    Terrormiliz Daesh, Anti-Terror-Kampf, Terrorismus, NATO, François Hollande, Barack Obama, Syrien, Frankreich, Russland